166 Route 13. OVIEDO. Von Lecßn

auggestellten Reliquien entnommen : ein Stück vom Stabe des Moses, Stücke
vom Kreuze und Dornen Christi, Haut (des h. Bartholomäus, eine Sandale
und Ledertasche des Apostels Petrus, ein Stück vom Grabe des Lazarus,
Brotreste von der Speisung der Zehntausend usw, Von den Kleinodien
verdienen Beachtung: die von Alfons II. geschenkte goldene, mit antiken
Kameen besetzte Cruz de los Angeles (vr, Jahrh.) und die auf Anordnung
Alfons’ II. mit Gold und Edelsteinen ausgelegie Cruz de la Victoria, ursprünglich
 im Besitze Pelayo’s; ferner ein vergoldeter Reliquienschrein der
h. Eulalia, ein Missale Alfons’ II, des Keuschen (792-842), Bucheinbände
aus Silber und Elfenbein, — Die Erklärung der Reliquien erfolgt in Gegenwart
 eines Geistlichen durch einen Chorknaben,
Aus dem südl, Querschiff der Kathedrale gelangt man in den
reich ornamentierten Kreuzgang (XIv.-Xv. Jahrh.). Die Reliefüguren
und Grabsteine, romanischen und besten gotischen Stils, sind aus abrebrochenen
 Kirchen hierher übertragen. — Die Sala capitular, mit
oktogonalem Gewölbe, ist aus dem xmur, Jahrh. und diente ursprünglich
 als Audienzsaal bei Anwesenheit des Königs,
Von den im ARCcHIVOo verwahrten Handschriften sind hervorzuheben :
las Diplico consular von 539; eine Schenkungsurkunde Alfons’ II., vom
Jahre 812; das Zibro götico, eine reich illustrierte Sammlung von Schenkungsaırkunden,
 aus dem xm. Jahrh.; die Regla colorada, ein Inventarienverzeichnis
 aus dem Jahre 1384; das Zibdro Becerro, eine Zusammenstellung
 von Kirchenkonstitutionen und Synudalberichten vom Jahre 1385,
In der Umgebung der Kathedrale liegen die Kirchen San Tirso
(Pl. 9: E 3), San Pelayo (Pl.8: E 2), zu dem anstoßenden gleichnam.
 Benediktinerinnenkloster gehörig, und Santa Maria la Real
(PL7;E2), beide aus dem vın.-xıv, Jahrh,, aber durch Restaurationen
 entstellt. In der SO.-Ecke des Kathedralplatzes der bischöfl.
Palast (Pl. 10), aus dem xv1.-xvimr, Jahrhundert, — Nördl. gelangt
man durch die Straßen C. Lorenzana, C. Jovellanos, an deren Ende r.,
Ecke der C. San Vicente, eine Marmortafel zu Ehren des Staatsmannes
 Jovellanos (S. 169) angebracht ist, in die aussichtreiche Carretera
 de Gijön. An dieser r, die kgl. Waffenfabrik (Pl. F 1,2),
lie in dem ehem, Benediktinerkloster La Vega untergebracht ist;
die alte Kirche S. Maria de la Vega dient als Lagerraum. Weiter 1.
die aus dem I1X.-xil, Jahrh. stammende Kirche San Juliän (Sun-‚ullano;
 Pl. F 1), die trotz späterer Restaurationen viel von ihrem
ursprünglichen Charakter bewahrt hat.
Mittelpunkt des Verkehrs ist die Plaza Mayor oder de la
Gonstituciön (Pl E 3), mit der Casa consistorial (Pl. 2) von
1662 und der ehem. Jesuitenkirche San Isidoro (Pl. 6) von 1578. —
Nördl. durch die Calle del Peso, über die Plaza de Riego, wo seit
1899 eine Bronzebüste an den aus der preuß, Rheinprovinz stammenden,
 um die Montanindustrie Asturiens hochverdienten Inzenieur
 With, Schulz (+ 1877) erinnert, und durch die Calle de la
Universidad zur Universität (Pl. 11: D 3). Das Gebäude ist aus
dem Ende des xvı. Jahrh.; Haupteingang Calle San Francisco; in
jer Mitte des schönen Arkadenhofs eine Bronzebüste der Königin
Isabel 1. (1858). Ein Standbild des Erzbischofs Valdes, des Gründers
der Universität (1580), wurde 1908 enthüllt. In der obern Galerie
Gemälde von Tintoretto, Ribera, Ricecl, Zurbarän. Herrera, Luca