190 Route 16. SIGÜENZA. . Von Madrid

Die KATHEDRALE an der mit Arkaden geschmückten Plaza
Mayor, 1102 geweiht, ist eines der bedeutendsten Denkmäler des
spätromanischen Stils, mit gewaltigen zinnenbekrönten Türmen im
W. Das dreischiffige Innere hat wuchtige runde, von Halbsäulen
umgebene Pfeiler, eine prächtige Fensterrose am südl. Querschiff
und im Coro eine gute Sillerfa (1490). An den Pfeilern zwei schöne
Marmorkanzeln (S. 1xvırnı). Am nördl. Querschiff die reiche Capilla
de Santa Librada, mit dem Grab der Heiligen, der Patronin der
Stadt, eine Stiftung des Bischofs Fadique de Portugal; auf dem
Altar sechs kleine Tafeln von 1536 (S. 1xxxmr). In der Capilla de
San Marcos, der dritten Kapelle 1., ein dreiflügeliges Altarbild aus
dem xv. Jahrh.; in der Cap. de Santa Catalina, im Querschiff 1.,
prächtige Grabmäler und englische Fahnen, die 1589 erbeutet
wurden. Zu beachten ferner in der Sakristei („Sagrario“) das Tonnenzewölbe(S.
 Lxvm) und zierlich geschnitzte Schränke, Derspätgotische
Kreuzgang wurde erst 1507 durch den Kardinal Bernardo Carvajal
vollendet. — Von der Plaza Mayor führt die zum Alcäzar ansteigende
Straße an dem romanischen Portal des Franziskanerklosters vorüber;
 auf halber Höhe in einer Querstraße die romanische Kirche
San Vieente. Das Colegio de San Jerönimo enthält Grabsteine der
Medinaceli und einen klassischen Hof,
Bei Aguilar de Anguita, 20km ö, von Sigkenza, wurden kürzlich von
dem Marques de Cerralbo (S. 191) keltiberische Gräber des v, und ıv. Jahrh.
vor Chr, aufgedeckt.
Flaches kahles Gebirgstal, 146km Alcuneza, am tr. U. des Henares.
Die Bahn steigt unmerklich zur Sierra Ministra, der Wasserscheide
 zwischen dem Henares und dem nach N, zum Ebro fließenden
 Jaldn, erreicht ihre Höhe (1191m ü. M., 551m über Madrid)
in dem Tunnel von Horna und führt dann, zunächst dem Jalön
folgend, abwärts bis Zaragoza. Am obern Jalön bis über Calatayud
(S. 192) hinaus finden sich zahlreiche prähistorische und iberische
Felsenhöhlen und megalithische Bauten,
156km Torralba, Die Umgegend ist eine Fundstätte quaternärer
Tierreste und Werkzeuge,
Von Torralba nach Soria, 9lkm, Eisenbahn, tägl. 1 Zug in
31/4 St., jeden Di. u. Fr. ein zweiter Zug in 41/4 St., für 13.00, 8.85, 5.30 .p.
(Kilometerhefte ungültig). — Wichtigste Zwischenstationen: (43km) Coseurita,
 Knotenpunkt für die Bahn von Ariza nach Valladolid (5. 26), und
(51km) Almazdn (S. 26), auch Station der Bahn Ariza-Valladolid. — Soria
(1059m ; N. del Comercio, P. 6 p., ordentlich), in rauhem Hochlande am rechten
Ufer des Duero, altertümliche Hauptstadt einer Provinz, mit 7000 Einw.,
hat mehrere roman. Kirchen, u. a. San Juan del Duero, zus dem xım. Jahrh,
(schöner Kreuzgang), und ein kleines Museum in der Diputacion Provincial,
wo die iberischen und römischen Fundstücke von den Grabungen bei
Numantia untergebracht sind. Auf einem Hügel km nordöstl., an der
Mündung des Tera in den Duero, unweit des heutigen Garray, lag die
kleine Stadt Numantia, bekannt durch ihre langjährigen heidenmütigen
Kämpfe gegen die Römer, die erst im J. 133 vor Chr. mit der Zerstörung
der Stadt durch den Konsul P. Cornelius Scipio Aemilianus ein Ende
nahmen, Die Stätte ist durch einen 17m hohen Kalksteinobelisk weithin
kenntlich gemacht. Die seit 1905.von Professor Ad. Schulten unternommenen
 Grabungen führten zur Entdeckung der von Scipio zerstörten