196 Route 17. ZARAGOZA, Puente de Piedra.

Der Hauptrulım der Stadt ist die heroische Verteidigung im spanischen
 Befreiungskriege 1808/9. Bald nach dem Dos de Mayo (S. 60) organisierte
 sich Zaragoza am 25. Mai 1808 unter Führung des vom Volk
arwählten jugendlichen ‚Josg Palafox, eines gebornen Zaragozaners, deg
Priesters Santiago Nas, der die Massen bearbeitete, und des populären
„Tio“ (Onkel) Jorge /bort, dem zwei Landleute Mariano Cerezo und Tio
Marin zur Seite standen. Marschall Lefebvre kam am 15, Juni 1808 vor
Zaragoza an, mußte aber nach der Katastrophe von Bailen (S. 318) am
15, August 1808 ohne Erfolg abziehen, Am 20, Dez, 1808 schlossen die
Franzosen mit 30000 Mann unter Moncey und Mortier die Stadt von neuem
ein. Die Besatzung war inzwischen auf die gleiche Stärke gebracht, doch
bestand die Befestigung nur aus einer 3-4m hohen und im dicken Mauer,
und man hatte versäumt das Kloster Jesus auf dem linken Ebroufer und
den hochgelegenen Torrero (S. 200) in die Verteidigung einzubeziehen. Vom
9. bis 27, Januar legten 50 schwere Geschütze drei Breschen in die Mauer,
Die Franzosen, seit dem 22, Januar unter der Führung des Marachalls
Launnes, drangen bei Santa Engracia (S. 201) in die Stadt, mußten aber
dann jedes Haus unter ungeheuren Verlusten einzeln erobern, Die Zaragozaner
 waren bis zur Verteidigung der Jetzten Wand (hasta Ja oltima tapia)
entschlossen, Hunger und Seuchen, zuletzt die Eroberung der linkaufrigen
Vorstadt führten am 21. Februar zu ehrenvoller Kapitulation. Gegen
54000 Menschen waren während des G0tägigen Kampfes in der Stadt umzckommen,
 — Einen neuen Beweis hartnäckiger Tapferkeit lieferte die
Stadt im März 1838 bei der Vertreibung des Karlistenführers Cabrera, der
durch UÜberrumpelung eingedrungen war. Seitdem führt sie die Bezeichnung
 siempre herdica.
Eine siebenbogige Brücke, der * Puente de Piedra (Pl. E 2),
verbindet die Altstadt und die nördliche Vorstadt Arrabal oder
Altavds, Sie stammt aus dem J. 1447; ihr größter Bogen hat 39m
Weite, Sehr schön ist der Blick vom 1, Ufer auf den Fluß, an dem
der breite Ebrokai (Paseo del Ebro) entlang läuft, und die Stadt
mit ihren beiden Kathedralen aufwärts bis zur Eisenbahnbrücke
ınd abwärts auf den Puente de N. 8. del Pilar.
Betritt man vom Puente de Piedra die Altstadt, so hat man zur
L. das Seminario Conciliar (Priesterseminar) und den. Palacio
Arzobispal, zur R. die Casa Consistorial und die
*Lonja(Pl.D E2), die Börse, 1551 vollendet, einen schönen Bau
aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance, Von hesonderem
 Reiz ist das Dachgesims,
Durch die Casa Consistorial, in deren Flur man die reich skulptierten
Wappen aus dem Ende des xv, Jahrh, beachte, tritt man in das *Innere
der Lonja, einen einzigen großen Saal, der an die nordischen Artushöfe
erinnert, Zwei Reihen von Je vier Säulen mit ionischen Kapitälen tragen
das gotische Sterngewölbe; an den Wänden sechzehn entsprechende Säulen;
über den Kapitälen Wappenschilde mit Adlern oder Engeln als Haltern.
Um jede Säule läuft in etwa 4m Höhe ein phantastischer Fries mit gseltmen
 Masken, Ungeheuern u, 3a. Schöne platereske Türs darüber ein
Wappen Karls V. Der Portier überreicht eine französische Übersetzung
ler Oban in der SO.-Ecke heginnenden Umschrift (Trkg. 50 c.).
_ An der Plaza de la Seo erhebt sich die altehrwürdige gotische
Kathedrale *La Seo (Pl. E 2, 3), 1119-1520 an der Stelle der
maurischen Hauptmoschee zur Ehre des Erlösers erbaut. Die NO.-Fassade
 des etwas unförmlichen Gebäudes, gegenüber dem erzbischöfl,
 Palast, zeichnet sich durch maurisches Netzwerk aus,
Jessen Backsteinornamente noch zum größten Teil die bunten