198 Route 17, ZARAGOZA, Virgen del Pilar,

die gestickten Gewänder (ternos); Kopfreliquiare der H. Valero,
Lorenzo und Vicente! mit durchscheinendem Email, Stiftungen des
Papstes Benedikt XIII; eine schöne silberne Custodia von 1537. —
In der anstoßenden Sala capitular ein Teppich mit dem gekreuzigten
Öhristus zwischen Maria und Johannes, aus dem xV. Jahrhundert.
Die Kathedrale besitzt zahlreiche andere ausgezeichnete Teppiche.
die nur am Karfreitag ausgestellt werden.
Man besuche von hier sogleich die zweite Kathedrale Zaragozas,
die berühmte Wallfahrtskirche Nuestra Sefiora del Pilar oder Virgen
del Pilar (Pl. D 2), die mit ihrer großen Kuppel und den kleineren
Azulejoskuppeln malerisch über dem Ebro und der baumbepflanzten
Plaza del Pilartaufsteigt.‘, Sie enthält’die „Säule“ (pilar; columna
immobilis), auf welcher die h. Jungfrau dem nach Santiago de Compostela
 ziehenden Apostel Jakobus erschien. An die Stelle der
kleinen Kapelle, die im Laufe der Zeit von einem Kranze anderer
Kapellen umbaut worden war, trat seit 1681 die heutige 132,5m
|. und 67m br. Kirche ‚{diezvon Francisco ,‚Herrera (el Mozo) in Anjehnung
 an die Kathedrale von Valladolid (S. 37) begonnen, seit
1753 von Ventura Rodriguez fortgeführt, aber erst Ende des
xIx, Jahrh, ausgebaut worden ist. Von den vier vorgesehenen Koktürmen
 ist einer seit 1894, ein zweiter seit 1906 vollendet,
Das Innere, ein ausgezeichnetes Beispiel des Stiles Louis XVJ,
bildet ein durch zwei Säulenreihen in drei Schiffe geteiltes Rechteck
mit einem ‚die ganze Kirche umgebenden Kapellenkranz. An die
ältere Kathedrale im W., die drei Fünftel des ganzen Raumes einnimmt,
 mit dem Coro und dem Hauptaltar, schließt sich östl, eine
zweite Kirche mit der Kapelle der h. Jungfrau an.
Die westliche Kirche enthält den alten Coro mit der schönen,
zus 115 Sitzen in drei Reihen bestehenden plateresken Sillerfa von
Giovanni Moreto aus Florenz (1542) und der vorzüglichen Reja von
Juan Celma (1574). Am Trascoro ein Kece Homo von Franc,
Potenciano von Palermo (xvr. Jahrh,). Der gotische X Retablo, aus
Alabaster, z. T. farbig behandelt, ist ein Werk des Damiän Forment
(S. Lxx), mit Reliefdarstellungen der Himmelfahrt der h. Jungfrau
(in der Mitte), der Geburt Christi und der Darstellung im Tempel
(an den Seiten), überragt von fein ausgeführten Baldachinen; ganz
oben zwei Engel mit der „Säulenmadonna“ ; die beiden Heiligen
unten mit den abgeküßten Händen sind: 1. St. Jakobus, r. San
Braulio. Am Sockel hinter der Mesa die Porträtreliefs des Künstlers
and seiner Gattin.
Die CArınLAa DE NUESTRA SENORA DEL PrLAR (beste Zeit zur
Besichtigung nach Schluß der Messen, 1-2 Uhr) ist ein kleiner Tempel
 nach Art der Casa Santa in Loreto, aus edlem Marmor und vargoldeter
 Bronze erbaut, reich mit Skulpturen geschmückt und von
einer auf Marmorsäulen ruhenden, mehrfach durchbrochenen Kuppel
überdeckt. Über ihr wölbt sich die von Antonio Veläsques 1793 mit
Fresken (h. Jungfrau in Engelsglorie) ausgemalte große Kuppel.