200 Route 17. ZARAGOZA. Audiencia.

von A. Querol (1908). Nordwestl. die Diputaciön Provincial, deren
Archiv zahlreiche Urkunden („fueros“ und „actos de la Corte de Aragön“)
 enthält. — Die südl. an den Platz anschließende Calle de la
Independencia 8, S. 201.
.. Folgt man von der Plaza de la Constituciön dem Coso in nordwestl.
 Richtung, so sind r., n°29, der ehemalige Palast der Condes de
Azara, 1. der Palast n° 54/56 zu beachten; zuletzt wieder r., n° 1, die
Audiencia (Pl. C 3), einst der Palast der mächtigen Grafen
Luna, deren Geschlecht auch der schismatische Papst Benedikt XIM.
(S. 197) und der Troubadour von Verdi’s in Zaragoza spielender
Öper angehören, 1809 Palafox’ Hauptquartier (S. 196). Das Volk
nennt den Palast Casa de Los Gigantes, nach den beiden riesigen
Türhütern am Portal. Die Fassade mit abgestumpften Ecktürmen,
schöner Fensterreihe oben und mächtigem Gesims ist einfach und
vornehm. Das Relief über dem Torbogen stellt den Einzug des
Papstes Benedikt in Zaragoza dar. Oben im Giebelfeld das Wappen
der Luna (Mond), das vollständige Wappen über der mittelsten
Säule der zum Patio führenden. Vorhalle. Im Patio wird das obere
Stockwerk von 14 ionischen Säulen getragen.
Die ehem, Casa del Conde de Argillo, jetzt Colegio de San Felipe,
an dem gleichnamigen Platz (Pl. C D 2, 3), hat ein wirkungsvolles
Gesims, auch im Säulenhof. — Weiter nördl, die Kirche S, Cayetuno
(Pl. C D 2), ein Barockbau.
Westlich dehnt sich die Plaza de Lanuza (Pl, C 2), mit 1903
erbauter Markthalle (Mercado). Die engen Gassen der Umgebung,
z. B. westl. die Culle de San Blas und die Calle de San Pablo (Pi. B
0 2), bieten noch mancherlei charakteristische Bilder aus der Zeit
vor der Belagerung von 1808/9. Besonders zu beachten die Höfe,
San Pablo (Pl. C 2), um 1259 im Übergangsstil erbaut, ist nach
den Kathedralen die bedeutendste Kirche Zaragozas. Ihr achteckiger
Turm, der (gleich wie San Miguel, Pl. E 4, und Santa Marfa Magdalena,
 Pl. E 3) noch die maurische Bauweise bewahrt hat, zeigt hübsches
 Backsteinornament und an der obersten Galerie Reste grüner
und weißer Azulejos, Das Nordportal, in der Calle San Blas, ist
mit Figuren und gotischem Ornament geschmückt. Vom Südportal
führen dreizehn Stufen hinab, Das Innere ist dreischiffüig, mit
östlichem Umgang; der Coro, im W., hat eine Sillerfa von 1500;
üer Hauptaltar ist von Damiän Forment (S. 198); im Umgang hinter
dem Haupt der mehrteilige Altar der h. Katharina; in der Capilla
del Rosario, westl. neben dem Südeingang, das Grab des Diego de
Monreal, Bischofs von Huesca (7 1607).
Im W. der Stadt, 10 Min. vom Mercado, ist die Puerla del
Portillo, wo 1808 Agustina Zaragoza, das „Mädchen von Zaragoza“,
neben ihrem Geliebten gegen die andringenden Franzosen kämpfte;
aus der Hand des zu Tode getroffenen nahm sie die Lunte und
feuerte die Kanone ab, Lord Byron hat ihr im Childe Harold (ı, 54 fg.)
berühmte Verse gewidmet. An der Plaza del Portillo (Pl. A 2}