Aljaferic, ZARAGOZA. 17. Route. 201

wurde 1908 ihr Bronzestandbild, von Mariano Beniliure, enthüllt;
am Sockel sechs andere Heldinnen der Belagerung, In der an dem
Platze gelegenen kleinen Kirche Nuestra Sefora del Portillo befindet
sich seit 1908 ein Mausoleum der „Heroinas de 108 Siti0s“, — Westl.
außerhalb des Tores das
Castillo de la Aljaferia (Pl. A 2), nach seinem Erbauer, dem
Scheikh Abu Dscha‘far Alımed von Zaragoza, SO benannt (S. LYI),
später Schloß der aragonischen Könige, Palast der Inquisition und
Gefängnis des Antonio Perez (S. 187), 1809 größtenteils zerstört,
gegenwärtig Kaserne, Zutritt nur mit Erlaubniskarte, die man in
dem Gobierno militar (Pl. 0 4) erhält; man meldet sich dann bei
der Wache und erhält einen Mann als Begleiter (Trkg, 1/2 pP.)
Im Salön de Alcoba wurde 1274 die h, Elisabeth (Santa Isabel,
S, 523) geboren, die Tochter Peters I. und der Konstanze von Sizilien
und Enkelin des Hohenstaufen Manfred, — Die andern Säle haben schöne
Artesonado-Molzdecken mit dem Wappen der „Katholischen Könige“ (5. 139)
und deren Wahlspruch: fanto monid, der eine Übersetzung von „tantum
ascende“ (nur aufwärts!) sein soll, in der Regel aber als „tanto monta Fernando
 como Isabel“ (d. h, Ferdinand gilt so viel wie Isabella) in Anspielung
auf die Gleichberechtigung der Kronen von Aragonien und Kastilien gedeutet
wird. — Der *Gran Sal6n bat eine prächtige Decke von 30 Kassetten mit
je einer Rosette, von der ein Pinienapfel herabhängt, und eine maurische
Galerie mit Inschrift von 1492; im Fußboden erkennt man noch das alte
Azulejosmuster, — Man steigt weiter die große Treppe, mit reicher
Ornamentik und goldverzierten Deckenbalken, hinab und betritt die
maurische Moschee mit der Maksüra (vgl. S. 859), den ältesten Teil des
Gebäudes, — Der Führer zeigt auch die „Torreta“, das konventionehle
Gefängnis des „Troubadours“ (S. 200).
Dig van der Plaza de la Constituciön (S. 199) nach SW. laufende
 *COalle de laIndependencia (Pl, D C 3, 4; Straßenbahn
 s, 8.194, n° 5), gewöhnlich Paseo de Santa Engracia genannt,
mit den bedeutendsten Kaffeehäusern der Stadt und Arkaden auf der
Westseite, bietet eine prächtige Promenade, Am Ende der Straße 1.
das Teatro Pignatelli und östl. dahinter das ehemalige Kloster
Santa Engracia (Pl. 0 4), von den „Katholischen Königen“ und
Karl V. im reichsten plateresken Stil erbaut, bei der Belagerung
1808/9 fast ganz zerstört, 1891-98 als Nationalmonument auf
Staatskosten wiederhergestellt. Aus alter Zeit stammt fast nur das
Marmorportal von Juan und Diego Morlanes (S. zxxz1), mit den
Statuen Ferdinands und Isabellas in Verehrung vor der h. Jungfrau
und dem,Gekreuzigten oben. In der Unterkirche, Cripia de las
Santas Masas oder de los Märtires, zwei altchristliche. Marmorsarkophage,
 angeblich der h. Engracia und ihrer Genossinnen,
Weiter östl. die gelegentlich der spanisch-französischen Zentenar-Ausstellung
 4908 in der Huerta de Santa Engracia errichteten Gebäude
 der Schule für Kunstgewerbe usw. (Escuelas especiales) und des
Museo Provincial (Pl. D 4); davor ein mit fgürlichen Darstellungen
verschwenderisch ausgestattetes Denkmal zur Verherrlichung der
Verteidigung der Stadt bei den Belagerungen von 1808/9 (S. 196),
ein Werk von Agustin Querol.