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KATALONIEN.

(Sicoris), der sich bei Mequinenza mit dem Ebro vereinigt und
diesen, namentlich im Sommer, an Wassermenge weit übertrifft.
Der Ebro (Hiberus) durchbricht dann das Gebirgsland im Süden der
Provinz Tarragona und bildet an seiner Mündung östlich von Tortosa
 ein großes Delta. Schiffbar ist auch der Ebro nur anf dieser
letzten Strecke von Tortosa ab.
Aus dem Berggewirr steigen einzelne Höhen inselartig auf, namentlich
 der Montseny (1734m) und der berühmte Montserrat
(1236m), weiter im Süden der Montagut (953m) und der Montsant
(1074m). Von Norden blicken weit die Schneeberge der Pyrenäen
herein, namentlich der Canigow (2785m). der Maranges (2914m)
und der Carlitte (2921m). Nach dem Mittelmeere, mit seinen vielen
Häfen, hin breitet sich im Norden die Ebene El Ampurdän aus,
Auch Gerona und Vich liegen in Talebenen, Im Westen verliert
sich das Gebirgsland in die unfruchtbaren Ton- und Mergelgelände
Aragoniens, welchen jedoch, besonders in dem Liano de Urgel,
ler Noguera und dem Fontanat, der Fleiß der Bewohner mittels
ainer künstlichen Bewässerung reiche Ernten abgewinnt.
Die Pyrenäentäler, -in denen Schaf-, Schweine- und Ziegenherden
 weiden, sind auf spanischer Seite waldarm, Es finden sich
unten immergrüne und filzblätterige Richen, Quercus Ilex und Qu.
Tozza; weiter oben Kiefern und Tannen, Pinus pyrenaica, P, silvestris
 und P, abies; zuletzt Buchsbaum und Alpenkräuter, Näher
Aer Küste wachsen Ölbaum, Weinstock, Feigenbaum, Nußstrauch,
Johannisbrotbaum, Agave, Kaktus, Orangen und Dattelpalmen. Die
schnellfließenden Bäche und Ströme treiben Mühlen und Fabriken,
In den Katalanen hat sich altiberisches Blut mit griechischem,
römischem, gotischem, arabischem und französischem gemischt. Sie
sind wie die Basken geborene Industrielle, im Gegensatz zu dem
langsamen Kastilier und dem trägen Andalusier, die nur den Boden
auszunutzen verstehen und bedürfnislos dahinleben. Katalanische
Gewebe, Eisenfabrikate, Papiere, Seifen usw. versorgen einen großen
Teil Spaniens, Tausende fleißiger Frauenhände verfertigen Spitzen
und Blonden zu den Mantillas, Der Katalane will in erster Reihe
Geld verdienen, wissend welch ein „gran caballero Don Dinero“ ist.
Viele wandern wie die Schweizer durch die ganze Welt, um sich
erst später wieder in der Heimat niederzulassen. Was jenseit der
Grenze seiner Provinz liegt, ist ihm Ausland, nicht am wenigsten
die „Espafla uniforme“ mit ihrer Zentralisation und die „Corte“
Madrid, Er vermeidet „kastilisch“ zu sprechen und schwelgt in dem
„Wohllaut“ der katalanischen Sprache +. einer südl. bis Valeneia,

+ Über die Aussprache sei bemerkt, daß ch am Ende des Wortes wie
das deutsche „k“, g und £ wie im Französischen, ig nach einem Vokale wie
‚tsch“ (Puig = putsch), ny = dem spanischen „fi“ und x = sch lauten. Cal, cald
and can entsprechen dem kastilischen „Casa del, casa de la“ und „casa de“,
Vgl. E, Vogel, Taschenwörterbuch der Katalanischen und deutschen Sprache
1.4. Katalanisch-Dentach : Berlin-Schöneherg 1914, 2 MA).