216 Route 21, GERONA. Von Perpignan

gyefaßte Stadt (415700 Einw.), in schöner Lage am Ofiar, der sich
weiter unterhalb in den Ter ergießt, nachdem er von links den
Güell, von rechts den Galligans aufgenommen hat, Der Bahnhof
liegt in der Neustadt (EL Mercadel) am 1. Ufer, Von der Hauptbrücke
 hat man einen hübschen Blick auf die sich am r. Ufer an
den Vorsprüngen des kahlen Festungsberges Montjuich amphitheatralisch
 ‚auf bauende Altstadt. Die umgebenden Anhöhen sind mit
Festungsruinen bedeckt.
Im Altertum hieß die Stadt Gerunda, unter der Herrschaft der Araber,
in deren Hände sie 713 fiel, Decherunda, Karl der Große eroberte sie im
J. 785 von den Mauren zurück, welche sie ihrerseits 795 wieder besetzten
und plünderten. Die Grafen von Barcelona stellten sie her. Nach der
Vereinigung Kataloniens mit Aragonien (S. 213) führte der Kronprinz den
Titel „Principe de Gerona“, Infolge seiner Parteinahme für die Habsburger
im spanischen Erbfolgekriege verlor Gerona seine Universität und seine
Vorrechte. Berühmt ist die Verteidigung der Stadt im J. 1809, bei welcher
 die kleine spanische Besatzung nebst einer Anzahl englischer Freiwilligen
 die Angriffe der 35000 Franzosen unter Verdier, St-Cyr und Augereau
sieben Monate lang abschlug und schließlich „nur durch den Hunger und
den vollständigen Mangel an Munition“ zur Übergabe gezwungen wurde
{12. Dezember). Mariano Alvarez de Castro, der die Verteidigung zuerst
leitete, verfiel vor Anstrengung dem Wahnsinn (+ 1810), Die Franzosen
verloren 15000 Mann,
Die gotische * KATHEDRALE wurde an Stelle eines nach Vertreibung
 der Mauren 1038 neu geweihten Baues 1312 begonnen,
Zunächst wurde die Capilla Mayor aufgeführt, wie die von Barcelona
mit Umgang und Kapellenkranz. Als Baumeister werden genannt
Enrique von Narbonne und Jacopo de Favarlis aus derselben Stadt,
endlich 1325-46 Bartolome Argenta, 1416 entwarf Guillermo
Boffiy den Plan zu dem gewaltigen einschiffigen Langhause (S. 11v),
Jessen Kühnheit dem Kapitel anfangs bedenklich erschien; die
Vollendung zog sich bis weit in das xvi Jahrhundert (1570?). Der
Gockenturm wurde 1581 begonnen, die Fassade, mit 86 Stufen
hoher Treppe, erst 1607 (1733 modernisiert). Die Terrakottafiguren
der Apostel an dem unvollendeten Südportal sind von 1458,
. Im: Innern, dessen Weite 22,sm beträgt, ohne die zwischen den mächtigen
 Strebepfeilern angelegten, fast 5m tiefen Seitenkapellen, beeinträchtigt
 der Choreinbau die Wirkung der gewaltigen Verhältnisse, Die Choracehranken,
 mit den Sitzen. des Domkapitels, sind aus dem xIv. Jahrh,, im
Kvi. Jahrh.. modernisiert. Hervorragend ist in der Capilla Mayor der
Hochaltar (S. 1x1!11), 1820-48 ausgeführt, mit vergoldeten Silberplatten (Leben
der h. Jüngfrau) in reicher Email- und Edelsteinumrahmung, aus dem
VI, Jahrh,; auf dem Altar ein kostbarer Reliquienschrein und drei Vortragekreuze.
 Unter den vielen Grabmölern sind hervorzuheben: in der
Capilla Mayor 3. das des Bischofs Berenguer (+ 1408); über der Sakristeitür
das des Grafen Ramon Berenguer IT. (+ 1082), aus dem Ende des xIıv. Jahrhunderts;
 gegenüber das der Gräfin Zrmesindis (+ 1057); in der Paulskapelle
(der ersten }. vom Haupteingange) das des Bernardo de Pau, eines der
Gründer der Kirche, aus. dem xv. Jahrhundert. — In der Sakristei werden
kostbare ‚alte Geräte aufbewahrt, darunter die Custodig (S. LXIX) von
Francisco Artan (1458), innen und außen mit großen Emailplatten bedeckt.
Der trapezförmige romanische Kreuzgang (Claustro), aus.dem Anfang
 des xx. Jahrh,, enthält alte Inschriften und Denksteine. Im Archivo
(nur ausnahmsweise zugänglich) befinden sich eine Apokalypse aus dem
J. 974 und eine Bibel des französischen Königs Karl Yen von Bernardo de
Mütina (xım, Jahrh.),. Die Sala capitular hat schöne Antependien des XIV.