230 Route 22. BARCELONA. b. Kathedrale,
Calle de Aragön, hat einen schönen alten Kreuzgang, der 1869 aus
der Altstadt hierher übertragen worden ist.
$.ö. vom Katalanischen Platz liegt unweit der zur Kathedrale
führenden langgestreckten Plaza de Santa Ana die romanische Kirche
Santa Ans (Pl G 8; Eingang auch Calle de Santa Ana 29), 1146 von
Guillermo II. angeblich in Nachahmung der Grabeskirche in Jerusalem
 gegründet, ursprünglich ein Zentralbau mit Tonnengewölben
und rechtwinkligem Abschluß der vier Arme, später an der Westseite
 durch einen gotischen Anbau mit zwei Kreuzgewölben erweitert.
 Der zweistöckige Kreuzgang ist aus dem xIv. Jahrhundert.
Nach Vollendung des Neubaus nebenan soll die alte Kirche für den
(jottesdienst geschlossen werden und nur als Nationalmonument
erhalten bleiben,

b. Die Kathedrale und ihre Umgebung (Plaza del Rey, Plaza
de 1a Constituciön).
Die * Kathedrale (Pl. G 9), Santa Cruz, zu Ehren der früheren
Schutzpatronin der Stadt auch Santa Eulalia genannt, ist eines der
bedeutendsten Denkmäler spanischer Gotik. Ihre Stelle nahm im
Altertum ein römischer Tempel, später eine maurische Moschee ein,
Von dem ältesten, 1058 geweihten christlichen Gebäude sind nur
die Portale übrig, die aus dem Kreuzgang (S. 232) in das 8. w. Querschiff
 und von der Straße in die Kapelle der h. Lucfa führen. Der
Bau der jetzigen Kirche wurde 12985 begonnen. Als hervorragender
Meister wird Jaime Fabre aus Palma auf Mallorca genannt, der
1318 berufen ward. Im J. 1539 wurde die Krypta der h. Eulalia geweiht;
 1388 übernahm Maestre Rogue die Leitung des Baues und errichtete
 den Kreuzgang. Ihm folgten Bartotome Qual, dann Andres
Esecuder, der 1448 den Schlußstein der Gewölbe legte. Der Grundplan
 zeigt ein dreischiffiges Langhaus mit Choreinbau, Triforien
und beiderseitigen Kapellenreihen, ein einfaches Querschiff und
eine Capilla Mayor mit Umgang und Kapellenkranz. Die der Plaza
de la Catedral zugewandte Nordwestfassade, zu welcher eine Freitreppe
 hinanführt, und der achteckige Kuppelturm (Cimborio) über
dem Mittelschiff sind modern. Aus dem Mittelalter sind dagegen
‘die beiden 52m h, achteckigen Türme neben dem Querschiff, der
nordöstliche mit dem eigentümlichen, in Katalonien wie in dem
südwestlichen Frankreich oft wiederkehrenden Glockengestell aus
dem xIv. Jahrhundert,
Am nordöstl. Seitentor, der romanischen Puerta de San Ivo, in
der Calle de los Condes de Barcelona, liest man r, und 1. zwei auf
den Bau der Kirche bezügliche Inschriften (1298 und 1329). Darüber
im Relief der Kampf des Ritters Vilardell mit dem Drachen,
Das *Innere (mittags geschlossen), 83,2m 1., 37,3m br., ist sehr
dunkel (bestes Licht morgens vor 9 Uhr), macht aber einen ungemein
 großartigen und ernsten Eindruck (S. 11y), besonders durch