244 Route 23. URGEL. Die Ostpyrenäen,

Yon Artesa Fahrweg über (15km) Pons, (10km) Tiuwrana und (6km) Castellnou
de Basella, wo der Fahrweg von Solsona einmündet, nach Olfana (s. unten).
Bei Cogull, am Set, einem Nebenflüßchen des Segre, 18km s,ö. von Lerida,
sind merkwürdige alte Felsmalereien: Hirschjagd, Bisonjagd, andere Tierund
 Menaschenßguren (namentlich neun um einen Mann tanzende Frauen).

Der Besuch der Pyrenäen empfiehlt sich mehr von Frankreich aus, wo
Verkehrsmittel und Gasthäuser gut sind (vgl. Baedeker, Le Sud-Ouest de la
France). Auf spanischer Seite fehlt es an Bequemlichkeiten, auch die Unterkunft
 ist oft bescheidenster Art.
Von Cardona (S. 241) nach Seo de Urgel, 97km (bis Solsona
Auto-Omnibus). Der Fahrweg überschreitet den Cardoner und steigt dann
bergan. — 19km Solsona, hoch auf einem Felsen am 1. Ufer des R{o
Negro gelegen; in der Kirche des Ortes die Capilla de la Virgen del
Ülaustro, ein besuchtes Wallfahrtsziel. — Weiter über die Riera Salada in
das Segretal hinab nach (17km) Castelinou de Basella (s. oben), wo der Fahrweg
 von LeErida einmündet. Dann talaufwärts nach (11km) Oliana; an der
Dorfkirche ein schönes Säulenportal,
Weiter aufwärts im Tal des Segre, der in dem großartigen Paso de
{res nonts das Gebirge durchbricht, über (18km) Coll de Nargd nach (km)
Orgafia, in einer Erweiterung des Tals, Dann durch wilde Schluchten,
über den Puente del Diablo und beim Einfluß der aus dem Val Andorra
kommenden Valira in eine 11km 1, 5km br. Talmulde. — 21km Ar/d,
Akm Castelleiuiat. — Zkm weiter
Seo de Urgel (Gasth.: F. de Zlabreta, F. de Riambau), meist kurz 1a Seo
genannt, Stadt von 3000 Einw., seit 840 Bischofssitz, mit romanisch-gotischer
Kathedrale, Als Festung hat Urgel noch im Karlistenkriege 1874-75 eine
Rolle gespielt. — Automobilpost nach Calaf s. 8. 241.
Von Urgel nach Puigcerd£, 53km, Reitweg in dem schluchtenreichen
 Segretal aufwärts durch die Landschaft Cerdafa, über (27km) Martinet,
 (09km) Bellver, mit altem Schloß, nd (8km) Bolvir. — Puigcerda (1190m ;
Gasth.: H. Tizaire, P. 8-10 p., Omn. 500.3 X. Europa, P. 9-12 p.), befestigtes
spanisches Grensstädtchen von 2500 Einw., »n der Vereinigung des Raur
und Arabd mit dem Segre, hat ebenfalls im letzten Krieg gegen die Karlisten
eine Rolle gespielt. Auf dem Hauptplatz erinnert ein Standbild an den
Verteidiger der Stadt, Cabrinety. Unterkunft auch 2km weiter in dem
französischen Dorfe Bourg-Madame. — Von Puigcerdd nach Ripoll (8, 218)
Diligence in 8 Stunden.
Von Urgel nach Andorra (2%km; 4!/2-5 St. Reitens). Der Weg
folgt zunächst dem rechten Ufer der Valira durch eine fruchtbare Landschaft
 bis (50 Min.) Anserall; hier auf das linke Ufer des Flusses und durch
einen Engpaß zum letzten spanischen Grenzposten (1 St, 20 Min.). Man überschreitet
 die Grenze der Republik Andorra und den Gießbach Auviig und
erreicht (50 Min.) San Julidn de Loria, das erste andorrische Dorf, einen
Hauptsitz des Schmuggels, der seit alter Zeit hier eifrig betrieben wird, —
Der Weg führt weiter auf dem rechten Ufer der Valira, an Airobal und
{1 St.) Santa Coloma vorüber, nach (30 Min.)
Andorra /a Vieja (1070m; Gasth. bei Calownes, leidlich), Hauptort der
A524km mit 6000 Einwohnern umfassenden Republik Falls d’Andorra, die
sich in den Hochtälern der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien
erhalten hat und unter der gemeinsamen Schutzherrschaft Frankreichs
und des Bischofs von Urgel steht. Post und Telegraph sind französisch,
die Landesmünze spanisch, die Sprache katalanisch. Das am Fuße des
Berges Anclar schön gelegene Dorf zählt 7-800 Einwohner. Die alte romanische
 Kirche (Xır. Jahrh,) hat hübsche Holzschnitzereien, Der Palacto ( 0asa
del Valle), in welchem die Volksvertretung tagt und die Regierungsbeamten
wohnen, ist ein einfacher Bau des xvı. Jahrh.; im Erdgeschoß Ställe für
die Pferde der Abgeordneten; eine ausgetretene Treppe führt in den Sitzungssaalı
 Das Archiv mit den Privilegien der Republik, darunter angeblich
Urkunden aus der Zeit Karls des Großen und Ludwigs des Frommen, wird
in einem Mauerschrank aufbewahrt. — Nahe der Stadt liegt die Maurenr
burg Carol, deren Name an Carolus Magnus erinnert;