Geschichte. TARRAGONA. 27. Route. 255

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die Häuser der Altstadt sind vielfach aus antiken Bautrümmern errichtet,
 Überall begegnet man römischen Inschriftsteinen und Skulpturresten.
 Bis zum Meer zieht sich dieregelmäßig gebaute Neustea dt,
die in ihrer Breite von den S. 256 gen. Ramblas durchzogen wird.
Westl. schließt sich die Fischervorstadt (Barrio de Pescadores) an.
Der Handelsverkehr ist im Aufschwung begriffen; namentlich
bedentend ist der Weinhandel, an dem auch deutsche Häuser beteiligt
 sind. In oberirdischen Speichern (bodegas) lagern die kostbaren
 Weine aus dem Campo de Tarragona (8. 260), aus der Campifia
 von Reus und aus dem Priorato (S. 210). Die aus der Grande
Chartreuse bei Grenoble vertriebenen Mönche fabrizieren seit 1903
hier ihren berühmten Likör.
Die Gründung der uralten Felsenfeste Tarraco geht auf die Kessetaner
zurück, einen Stamm der jiberischen Urbevölkerung, dessen Münzen in und
bei Tarragona in großen Massen gefunden worden sind. Sie sind die Erbauer
 der Stadtmauern (S. 259). Während des zweiten punischen Krieges,
nach 218 vor Chr., eroberten die römischen Feldherren Gnaeus und Publius
Cornelius Scipio die Burg und schufen durch‘ umfassende Festungsbauten
und Hafenanlagen, im Gegensatz zu Neu-Karthago (S. 310), hier eine Hauptstütze
 der römischen Herrschaft in Spanien, Als römische Kolonie (Colonia
Iriumphalis , nach den Triumphen ihres Begründers, Caesar, SO genannt)
war sie Sitz eines der vier Obergerichte (convenius juridiet), in welche die
Hispania citerior, abgesehen von Asturien und Gallaecien, geteilt war (Neu-Karthago,
 Tarraco, Caesaraugusta, Clunia). Augustus, der hier im Winter
des J. 2% vor Chr. residierte, machte Tarraco Zur Hauptstadt der ganzen
Provinz, die in der Folge als Hispania Tarraconensis bezeichnet wird. Er
schmückte die Stadt mit mancherlei Prachtbauten, und diese weihte dem
Ke Augustus einen Tempel, der den Mittelpunkt des provinzialen Kultes
Ha. Göttin Roma und der unter die Götter erhobenen Kaiser bildete.
aines restaurierte den Tempel. Reste anderer Tempel, eines Zirkus,
Bild ei heaters, von Thermen und songligen Bauten vervollständigen das
woh RT, der reichsten unter den römischen Städten Spaniens, Ihre Bevn
 ner trieben u. a. Flachsbau und alle üblichen Handwerke, sowie einen
@ wunghaften Handel. Martial und Plinius preisen die sonnigen Ufer
Pan litora) und die mit dem Falerner wetteifernden Weine Tarracos.
m n Christlicher Zeit wurde Tarraco Sitz eines Erzbischofs. Im J. A475 er-N
 U die Westgoten unter Eurich die Stadt, zerstörten sie zum Teil
I yLerlegten das Bistum nach Vich (S. 218), Aufs neue litt sie bei der
va as durch die Mauren im J. 713. Unter der Herrschaft der Grafen
de S arcelona wurde zwar der erzbischöfliche Sitz wiederhergestellt (1119),
De N tadt aber blieb im Verfall. Der Handel zog sich nach dem christlichen
Ereelona ‚und dem maurischen Valencia, Während des spanischen Be-OT
 wurde Tarragona von den Engländern besetzt, doch am
nn 1811 von dem französischen General Suchet trotz tapferer Gegen-%
 p genommen und geplündert, Die Befestigungen sind jetzt im Verfall,
aber die Stadt gilt noch als „Plaza de Armas“ (nicht zeichnen !).
D Den Hafen (Puerto; Pl. AB 4) schützt im SO. ein 1300m 1.
Dach { Muelle de Levante), mit einem Leuchtturm auf der Spitze.
rin 1491 von Arnau Bonchs z. T. aus Steinen des römischen
heaters erbaut, ist er seitdem bedeutend vergrößert worden, Der
noch von den Mauren benutzte antike Hafen lag mehr landeinwärts,
wo jetzt im W, der niedrigste Teil der Unterstadt steht.
Vom Bahnhof (Pl. C 4) steigt man r. die Ramp® zu dem sogen.
„Hunde - Felsabsturz“, Despefaperros , hinauf. Von hier führen
Mehrere Straßen nordöstl. nach der Rambla de San Juan, die