258 Route 27. TARRAGONA, Kathedrale.

Erzbischof Antonio Agustin (7 1586) im Renaissancestil erbaut, die
beiden Marmorsäulen außen angeblich antik und von dem Forum
Romanum hierher gebracht. — Nach O0. öffnet sich, l. neben der
Capilla Mayor, die Capill@ de los Sastres (Schneider), aus dem
xIv. Jahrh., mit frühgotischem Marienaltar. L. der Eingang zum
Kreuzgang, 8. unten.
Die Capilla Mayor, mit kleinen Fenstern und halbrundem
Abschluß, ist nebst den beiden Seitenapsiden der älteste Teil der
Kathedrale. Den * Hochaltar (S. zx1v) schmücken Statuen der
h. Jungfrau mit dem Kinde und der H, Thekla und Paulus, sowie
überaus fein ausgeführte Reliefs von Pere Johan de Tarragona (1426-34),
 Darstellungen aus dem Leben Christi und der h, Thekla. Hinter
dem Hochaltar, in die Wand eingemauert, der Steinsarg des Erzbischofs
 Ciprianus (+ 688). R. Marmorgrabmal des Erzbischofs
Juan de Arag6ön (t 1334). .
Der %°* KREUZGANG, den man aus dem nördl. Querschiff betritt,
ist einer der schönsten in Spanien. Er rührt großenteils aus der
ersten Hälfte des xuzr, Jahrh. her, Das Eingangstor (S. ıxır) hat
zwei Durchgänge; am Kapitäl der Mittelsäule Geburt und Anbetung
Christi; im Bogenfeld Christus in der Gloria zwischen den Evangelistensymbolen.
 Der Kreuzgang selbst hat ca, 47m im Quadrat.
Der Hof ist mit immergrünen Bäumen bepflanzt. Die Gewölbe
ruhen auf Pfeilern mit vorgelegten Halbsäulen. Dazwischen je zwei
kleinere, von gekuppelten Säulchen getragene Bogen. Vom nördl.
Gang hat man einen schönen Blick auf das Cimborium, die Apsiden
und den Glockenturm.
Die Kapitäle der Säulen sind höchst mannigfach verziert, mit Pflanzenund
 Tiermotiven, auch humoristischen Szenen (z. B. an der Deckplatte
des dritten Pfeilerkapitäls r. vom Kirchenportal: Mäuse begraben scheintote
 Katzen, die plötzlich wieder erwachen). — In der SO.-Ecke der Einzangsseite
 r. der ehemalige KAPITELSAAL, jetzt Capilia de Corpore Christi,
mit Statuen der h. Jungfrau und von zwölf Heiligen aus dem xv. Jahrh.
(vgl. 8, LXxIv). Nebenan: 1. das Archiv und die neue Aula Capitular; r, die
Cap. de Santa Maria Magdalena, mit Altarbild aus dem xvr. Jahrhundert. —
An der W.-Wand ist nahe dem zur Calle de las Escribanfas viejas (s. unten)
führenden Ausgang ein kleines maurisches Fenster eingemanert, nach der
kufischen Inschrift vom J. 347 der Hedschra (958 nach Chr.). Auch römisches
Gebälk mit Festons und Stierköpfen vom Jupitertempel (anderes im Museum)
und Teile mittelalterlicher Grabmäler sind. zu beachten,
Wir steigen nun durch die Calle de las Escribanfas viejas (Pl. E 1),
in deren unterem Teile r, am Hause n° 6 zwei altrömische und ein
arabischer Inschriftstein eingemauert sind, hinauf zu der Plaza del
Palacio und dem ERZBISCHÖFLIOHEN PALAST (Palacio Arzobispal;
Pl. E 1), aus dem Anfange des xx. J ahrhunderts, mit einem alten
Festungsturm, der auf dem höchsten Punkte Tarragonas auf der
Stelle der altrömischen Burg steht und eine schöne Aussicht bietet
(Trkg.). Im Hofe des Palastes sind einige altrömische Grabsteine
oingemauert, u. a. (4.) der eines jungen Wagenlenkers (auriga),
der lieber im Zirkus, statt am Fieber gestorben wäre, wie die
metrische Inschrift meldet.