DIE BALEAREN. 30. Route. 263

la Uhr nachm. (zurück So, Do. 5 Uhr nachm.), über Alcudia (Postanschluß
nach Palma) und Ciudadela Do. 4 Uhr nachm, (zurück Di, 9 Uhr früh) in
2X St, ; Fahrpreis 28, 20 p.3 — von Palma Mi, Sa. 7 Uhr abends (zurück
Mo, Mi. 8 Uhr abends), 1ür 25, 18 p. — Von Barcelona nach Söller
40 St.) fahren zwei Gesellschaften je 3mal im Monat.
Die Inselgruppe der Balearen (las Islas Baleares) besteht aus den
zroßen, eigentlichen Balearen Mallorca (3684gkm) und Menorca (6S6gkm),
nebst den zugehörigen inselchen, und aus den „kleineren Inseln Abiza
588qkm) und Formentera (934km), die wir mit ihrem in Spanien nicht
mehr üblichen antiken Namen als Pityusen (Fichteninseln) zu bezeichnen
pflegen, ebenfalls mit einigen umliegenden Inselchen. Geologisch sind die
Balearen als ein abgesprengies Stück des andalusischen Gebirgssystems zu
betrachten, das sich in einem unterseeischen Rücken vom Cap Nao nach
NO, ortsetzt und in Mallorca mit geinen steil abfallenden NW.- und
30.-Küsten und der El ene in der Mitte wieder ganz deutlich hervortritt.
Die Ureinwohner, wie auch der Name iberischen Ursprungs, wurden von
den Karthagern unterjocht. Sie waren im Altertum wegen ihrer Treffsicherheit
 mit der Schleuder berühmt. Die von Hannibals Bruder Mago 206 vor Chr.
angelegte Stadt hat den Namen des Gründers bewahrt (Mahön). Der römische
Donsul Q. Caecikius Metellus, der wegen der Eroberung der Inseln den Beinamen
 Baligricus erhielt, gründete Palma (die Siegespalme) und Pollentia
(die Mächtige). Später im Besitz der Vandalen, Oströmer, Mauren, 1229 von
Jakob I. („el Conquistador*) von Aragon erobert, bildeten die Balearen eine
Zeit lang das „Königreich Mallorca“, wurden aber schon im XIV. ahrb. ganz
mit Aragon vereinigt. 1713-583 war Menorca in britischem Besitz.
Von archäologischem Interesse sind die an die sardinischen Nuraghen
arinnernden Talayots, turmähnliche zyklopische Rundbauten mit hochzelegenem
 Eingang. Man hat sie wie jene für befestigte Wohnungen anzesehen,
 Sie sind aber wohl nur gelegentliche Zufluchtsstätten gewesen.
Verschieden davon sind die gleichfalls Talayots genannten, größtenteils
zerstörten viereckigen Grabmäler. Spätere Bewohner haben die Talayots
zZ. ©. in ihre Befestigungen einbezogen. Den Namen („große Atalayas“
d.h, Warten) haben die Seefahrer ibnen gegeben. Auf Menorca zeichnen
sich diese vorgeschichtlichen Bauten durch ihre Größe (bis zu 145m hoch)
und gute Erhaltung aus, Dort findet man auch nur die aus zwei Blöcken
bestehenden Zaulas (Lische), die vieleicht Grabmäler sind, ferner die
Navetas („Schiffchen“), hüttenartige, einem umzekehrten Schiff ähnliche
Bauten, die Steinkreise usw, Man gibt die Anzahl dieser vorgeschichtlichen
Baudenkmäler auf beiden Inseln mit ca. 600 an.
Wegen des milden, gleichmäßigen Klimas (geringe Niederschläge), der
landschaftlichen Schönheit, der Ordnung, die vorteilhaft von andern Teilen
Spaniens absticht (keine Bettler), und der guten Unterkunftsverhältniss®
werden die Balearen immer mehr als ruhige Winter- und Frübjahrsstation
beliebt, — Die Bevölkerung (8334W Seelen), ein biederer, freundlicher
Nenschenschlag, beschäftigt sich vorwiegend mit Ackerbau und Obstbaumsucht
 (Mandeln, Aprikosen, Feigen, Oliven, stellenweise Agrumen) und
jer Ausfuhr von deren Erzeugnissen sowie von Salz (S. 270). Ruf hat ihre
Schweine- und Maultierzucht; ihre Eselhengste gelten als die besten Europas
und erzielen hohe Preise. Spezialitäten sind Majoliken und Silbergeflecht
(Geldbörsen u. dgl.). — Die „mallorquinische“ Sprache ist, wie die
katalanische, ein dem Provenzalischen nahestehender Dialekt. Von der
Nationaltracht sieht man fast nur den Rebozillo der Frauen, ein unter dem
Kinn geschlossenes Kopftuch von weißem Tüll.
_ _Das beste Werk ist das des Erzherzogs Ludwig Salvator, Die Balearen
in Wort und Bild (2 Bde., Würzburg und Leipzig 1897).
Die meisten von Spanien kommenden Reisenden werden die
Fahrt von Barcelona aus machen (280km; Abfahrt am Kai, vgl.
8.221). Schön ist der Rückblick auf die katalanischen Gebirge, von
denen besonders r. der Montseny (S. 218), 1. der sägenartige Rücken
jea Mantaerrat (S. 245) hervortreten, sowie am andern Morgen deı