276 Route 31.

SAGUNT. Tortosa- Valencia.

Jie fruchtbare Getreideebene zerstreut sind. — Der Burghügel von
Sagunt ist schon von fern sichtbar. Zuletzt über den im Sommer
trockenen Palaneia. Von r. mündet die aragonische Bahn von Cala-;ayud
 (S. 193) ein.
163km Sagunt. — Baunnörz (PL F 8): Kstacidn del Norte, für Barce-{ona-Valenciaz
 Zstacidn de Aragin (Kopfstation), für Calatayud-Valencia
/S, 192/193). Von Valencia aus kann man beide Linien benufzen, die atazonische
 Bahn hat bessere Wagen, .
Gutes Bahnrestaurant. — Hotel Tomas, am Bahnhof, einfach, Kaffee
im Casino, Plaza. de 1a Glorieta 351 (Pl. C.2). — Zu einer Nüchtigen Besich-;igung
 genügen 2-3 Stunden.
Sagunto, Städtchen von 7100 Einwohnern, dehnt sich am rechten
Ufer des Palancia und am Fuße eines nach allen Seiten steil abfallenden
 Bergrückens (170m) aus, der als s.ö. Ausläufer der Pefians de
Pajarito in die valencianische Küstenebene vorspringt. Die zuletzt
1812 durch den französischen Marschall Suchet verstärkten Mauern
und Türme, die weithin den Abhang und den Gipfel krönen, bezeichnen
 die Stätte des antiken Saguntum, dessen Erstürmung durch
Hannibal nach heroischer Verteidigung im Herbst des J. 219 vor Chr.
den zweiten punischen Krieg einleitete.
Die Stadt ist rein iberischen Ursprungs; nur der Anklang des Namens
führte zu der Annahme einer griechischen Ansiedelung aus Zakynthos, auf
Grund deren die Römer durch ein 226 vor Chr. abgeschlossenes Bündnis
hier einen Stützpunkt innerhalb des iberischen Reiches der Karthager
suchten. Um der drohenden Ausbreitung der römischen Macht entgegenzutreten,
 beschloß der 28jährige Hannibal, der geniale Sohn Hamilkars
and Nachfolger Hasdrubals, sich in den Besitz Sagunts zu setzen, Der
Angriff erfolgte im Frühjahr 219 von der Westseite her, Mehrmals mußten
lie Karthager den Ausfällen der Saguntiner weichen; Hannibal selbst
wurde verwundet. Dem Sturmbhock stellten die Belagerten die „Phalariea“
ıntgegen, ein Wurfgeschoß mit eiserner Spitze und brennender Pech- und
Wergumwickelung. Als die Karthager eindrangen, verteidigten sich die
Saguntiner mit der auch in modernen Kriegen berühmt gewordenen spanijchen
 Hartnäckigkeit im Straßenkampf und warfen den Feind wieder hinaus,
Tinter der zerstörten erbauten sie eine neue Mauer und, als diese fiel,
]Juer üher den schmalen Bergrücken eine dritte und vierte Mauer, Da
aber die Römer ihre Schutzbefohlenen im Stiche H&amp;Bßen und nur durch
\esandte drohten, war alle Tapferkeit vergebens. Im achten Monat der
Belagerung erstürmten die Karthager auch die Burg, wobei die meisten
Sinwohner in verzweifeltem Kampfe den To1 fanden, Die überlieferte
Schilderung der Belagerung geht auf gute Rerichte ana der Tmgebung
MHannibals zurück.
„Im J. 214 eroberten die Römer Sagunt zurück. Nach dem Frieden
201) sorgten sie für eine glänzende Wiederherstellung der Stadt, Die frühere
Blüte erreichte Sagunt zwar nicht mehr, doch zeugen das Theater, die
Reste eines Zirkus u, a. noch immer von dem Glanze der römischen Stadt.
Sie besaß eine eigene Münze und berühmte Töpfereien, aus denen die „calicas
Saguntini” hervorgingen, — Die Mauren, die schon 1099 der Cid (S. 27)
vorübergehend vertrieb, kannten sie nur als Murhiter („muri veoleres“,
altes Gemäuer), und Murviedro war ihr Name bis 1877, Ihre Bauten dienten
als Steinbruch. — In Sagunt fand am 1%. Dez, 1874 das Pronunziamento
des Marschalls Martinez Campos statt, durch das der Bourbonenthron unter
Alfons XII. wiederhergestellt wurde.

Vom Bahnhof gelangt man durch die Calle del Mar (PI. F 3) und
lie Calle de Pacheco oder C. Real (PL. D 2) zur Plaza de 1a