290 Route 32. VALENCIA. Westl, Stadtteil.

Die Wanderung durch die westlichen Stadtteile beginne man
auf der Plaza del Mercado (Pl.DE4, 5), dem größten und
malerischsten Platze der Stadt, früher Schauplatz von Turnieren
und Festen, auch von Hinrichtungen usw. Hier ließ der Cid den
Ahmed ibn Dschihäf treulos verbrennen, weil er das Versteck des
Schatzes des Königs Jahjä nicht verraten wollte.
Die * Lonja de 1a Seda (Pl. D 4; „Seidenbörse“), an Stelle eines
maurischen Alkazar 1483-98 von Pedro Compte und Juan de Iborra
3rrichtet, ist ein prachtvoller Bau gotischen Stils, 1892-1910 restauriert.
 Die 54m. Hauptfassade besteht aus einem turmartigen Mittelbau
 und zwei Flügeln, von denen der südöstliche ein spitzbogiges
Portal und zwei solche Fenster hat, der nordwestliche zwei Reihen
rechteckiger und darüber spitzbogige Fenster, die letzteren besonders
fein und reich ausgeführt. Die Zinnen haben Aufsätze in Form von
Königskronen. Zu beachten auch dieschönen Wasserspeier (gärgolas),
Der *Börsensaal nimmt mit 36m Länge und 21m Breite die ganze
Höhe des Ostbaues ein. An Kühnheit, Leichtigkeit und Eleganz der Ausführung
 sucht er seinespgleichen. Das reiche Sterngewölbe wird von acht
spiralartig gewundenen Säulen und zwölf ähnlichen Halbsäulen an den
Wänden getragen, Die lateinische Bronzeinschrift oben ringsum meldet,
daß der Bau des Saales 15 Jahre gedauert hat, und verheißt dem Kaufmann,
 der weder betrogen noch Wucher getrieben habe, das ewige
Leben, — Die Besteigung des Turms (vom Börsensaal aus) lohnt nicht.
Die Kirche Los Santos Juanes (P1.D 4,5), mit dem Haupteingang
an der Plaza Santos Juanes, stammt aus dem xzI1v. J. ahrh., wurde aber
im Xvur, Jahrh. im Stil Churriguera’s (S, LX) erneut; das Innere
enthält ein Deckengemälde von Palomino (S. xovi).
Enge Straßen führen vom Mercado n,ö. durch den ältesten Teil
Valencias, Hinter der Lonja, Calle Angosta de 1a Compafila 3, in
dem ehem, Jesuitenkolleg ( Compafta de Jesüs; Pl. D 4), das Archivo
general del Reino de Valencia, 1419 gegründet, mit nahezu 19000
Urkundenfaszikeln, wochent. 9-4 Uhr zugänglich,
Die Kirche San Nicolas (Pl. CD 4), aus dem zum. J. ahrh., war
ursprünglich Moschee und ist durch moderne Zutaten entstellt. Sie
enthält Fresken von Dionfs Vidal, einem Schüler Palomino’s, und
eine Anzahl Bilder von Vie, Joanes Macip, von denen das h; Abendmahl
 (unter Glas), mit acht kleineren Bildern , am Altar 1. vom
Hauptaltar, hervorzuheben ist. Das Altarbild in der Taufkapelle ist
von Rodrigo de Osuna. _In der Sakristei werden noch zwei Bilder,
Christus und die h. Jungfrau, von V, J. Macip, und ein silberner
Kelch gezeigt, letzterer ein Geschenk Papst Oalixtus’ III. (8. 293),
ler hier Geistlicher war.
Die 5.286 gen. Calle de Caballeros, im N. der Kirche San
Nicoläs, in die hier ein Nebeneingang führt, und ihre westl. Fortsetzung,
 die Calle de Cuarte (PL CB 4, 5), mit einigen alten
Herrensitzen, führen nach dem ehem. westl. Stadttor, Torres de
Cuarte (Pl. B 5; jetzt Militärgefängnis), 1444-90 errichtet, von
ähnlicher Anlage wie das 100 Jahre ältere Serranostor (S. 288),
mit zinnengekrönten, außen halbrunden Türmen.