304 Route 37.

ELCHE. Von Alicante

Alicante s. S. 301. — Die Bahn wendet sich s.w. in eine Tierra
de secano (S. 273), in welcher man die Gerste wegen der Trockenheit
 des Bodens und der Luft oft schon im März, vor der Reife, als
Grünfutter schneidet. — 11km Torrellano ; unweit lag die Nekropole
des alten Illiei (s, unten). Rechts die Sierra de San Pascual. Die
Landschaft wird fruchtbarer, man erblickt Ölbäume, einzelne Palmen;
zuletzt den Palmenwald von Elche, den die Bahn durchschneidet,
21km Elche (88m; Gasth.! F. de l@ Confianza, Neubau, P.
7-10 p.; F. del Comereio, P. 8 p.:; Photographien bei Ed. Gonzalves),
das iberische Helike, das den Hamilkar schlug, von den Römern
Jlliei genannt, jetzt Stadt von 27000 Einw., am Vinalap6, mit
Hanfschuhfabrikation. Die Kirche Santa Marta stammt aus dem
xviIr. Jahrh.; von ihrem 30m h. Turm (Schlüssel an der Nordseite;
im Haus n° 7) hat man einen Überblick über die weißen, flachgedeckten
 Häuser und die Palmenoase. Unweit die ehem. Burg des
Herzogs von Altamira, Calandura genannt, mit Verliesen im Turm.
Der *Palmenwald von Elche, unmittelbar vor der Stadt, gehört
zu den hervorragendsten Sehenswürdigkeiten Spaniens. Der Besuch
erfordert etwa 2 St. (in der wärmeren Jahreszeit am besten früh
morgens; Führer angenehm, 1/2-1 p. die Stunde, akkordieren !). Die
Pflanzungen sind z. T. Privatbesitz und eingehegt. Das Wasser der
künstlichen Bewässerung kommt ca. km welt ans einem Pantano
(S. 271) des Vinalapö-Tales, Die Palmen, ca. 115 000 an der Zahl,
meist 20-25m hoch, stehen „den Fuß im Wasser, den Kopf im
Feuer des Himmels“, wie ein arabisches Sprichwort sagt. Unter
ihnen wachsen Granatbäume und in deren Schatten Futterkräuter,
Gemüse usw. Von den Privatpflanzungen sind hervorzuheben: die
des Kaplan D. Jos€ Castafno, im SO., Calle Capellän, gegenüber
n° 49 (Trkg. der Beschließerin), mit der „palmera del cura“, der ca.
200- Jahre alten einzigen männlichen Palme des Gartens, aus deren
Hauptstamm sieben Seitenstämme herausgewachsen sind; die Villa
Carmen, mit Belvedere, das einen Blick auf die Wipfel der Bäume
gestattet, usw,
Die Dattelpalmen (phoenix dactylifera; span. palmera) erfordern eine
sorgfältige Pflege, Die männlichen Palmen blühen im Mai. Mit ihren Pollen
(farina) werden die weiblichen künstlich befruchtet, indem die Leute, die
früheren Rlattansätze benutzend, einen am Gürtel befestigten Strick um den
Stamm schlingen und so zur Krone hinaufsteigen. In derselben Weise
holt man von November bis Frühjahr die Früchte (dätiles) ein. Der 8einzelne
 Baum frägt nur alle zwei Jahre (durchschnittlich 34-35 kg). Der
Gesamtertrag an Datteln wird auf 350000 p. berechnet, An Güte stehen
sie hinter den Datteln der Sahara zurück. Vom April an wird ein Teil
der männlichen Palmen zum Bleichen eingebunden, indem man die aufgerichteten
 Zweige bis auf die Spitzen der innersten Blätter umwickelt. Die
gebleichten Zweige werden in der Osterzeit als ramilletes in ganz Spanien
verkauft und an den Balkonen befestigt, da sie nach alter Überlieferung
die Blitzgefahr abwenden, Die Bäume ertragen diese Behandlung jedoch
nur alle vier Jahre. Jeder Baum liefert etwa zehn Ramilletes zu }/2 p.
Die Bahn überschreitet die Rambla des Vinalanv6d. L. die salzige
Albufera de Elche; r, die Sierra de Ia Madera.