310 Route 38. CARTAGENA.

DaMrFrB0OOTE (am Kai anlegend): nach Almeria, Malaga usw., Alicante,
Valencia usw. nach Oran (Comp. Transatlantique; Agent J. M. Pelegrin,
Plaza de la Aduana 1) Di, abend in 9 St., für 50, 35 fr. (ohne Verpflegung;
Paß nötig).
Cartagena, Stadt von 49850 Einw., das Neu-Karthago der Punier
und Römer, von den Arabern Kartedschana genannt, mit dem
besten Hafen der ganzen spanischen 0.- und S.-Küste, dem Hauptkriegshafen
 des Landes, liegt an einer tief einspringenden Meeresbucht,
 am Fuße eines trümmerreichen Burghügels, des Castillo de
la Concepeiön (s. unten). Zwei auf schroffen vulkanischen Felshöhen
gelegene Forts, das Castillo de las Galeras (200m) im W. und das
Castillo de San Juliän (280m) im O., zwischen denen ein schmaler
Sund hindurchführt, verteidigen die Einfahrt, Der Außenbucht ist
im SO. die kleine Insel Escombrera vorgelagert, die alte Scombraria.
Der Hafenverkehr betrug 1910: 1386 Dampfer mit 2 Mill, t und
352 Segelschiffe mit 29 000 t. — Das Klima ist ungemein mild; im
Winter weht jedoch oft ein lästiger Nordwestwind, der Mistral.
Die an Karthago erinnernde, als Stützpunkt für eine Seemacht wunderbar
 geeignete Lage der Stadt spricht für den Scharfblick, mit dem Hasdrubal,
 der Schwiegersohn und Nachfolger des Hamilkar Barkas, 2241 vor
Chr. hier die „neue“ Königsburg des iberischen Reiches der Karthager gründete.
 Sie stimmt zu der Beschreibung des Polybius, der 151 mit dem jüngeren
 Scipio hier verweilte und eine anschauliche Schilderung der Eroberung
 der Stadt durch P. Corn, Scipio Africanus maior im J. 209 hinterlassen
hat. Die Stelle des Castillo de la Concepciön (s, unten) nahm der Tempel
äes Msculap-Eshmun ein, auf dem Hügel an der Pueria de la Serreta im
N. lag die Burg der Barkiden, Damals galt Cartagena als die reichste und
größte Stadt der Halbinsel; es war abwechselnd mit Tarraco (S. 255) Sitz
des Statthalters der Hispania citerior. Caesar oder wahrscheinlicher Augustus
erhob die Stadt zur Kolonie (Colonia Victrix Julia). Später wurde sie von
Tarraco überholt, blieb aber ein bedeutender Handelsplatz. Noch 589 nach
Chr., unter Kaiser Mauricius, wurden die Befestigungen gegen die Einfälle
Afrikanischer Barbaren wiederhergestellt. Unter den Mauren bildete „Kartadschana“
 ein selbständiges Fürstentum ;3 der h. Ferdinand eroberte es 1243.
Nachdem die Mauren es von neuem besetzt hatten, kam es unter Jakob I.
von Aragonien endgültig unter spanische Herrschaft. Im J, 1509 unternahm
von hier Kardinal Jimecnez seinen berühmten Zug nach Oran. In neuerer
Zeit ist Cartagena 1873 durch den Kommuneaufstand bekannt geworden.
Am Hafen zieht sich der Kai Muelle de Alfonso XII entlang,
nÖördl. überragt von der Stadtmauer Muralla del Mar. Der Aufgang
zu letzterer ist bei der Plaza Santa Catalina (Pl. F), mit dem 1908
erbauten Rathaus (Casa Consistorial; P1.13). Bei der Iglesia Antigua
(Pl. 14), der kürzlich gut restaurierten mittelalterlichen Kathedrale,
vorüber steigt man zum Castillo de la Concepeißn (Pl. 7; 70m ü. M.)
hinan, wo man einen schönen Überblick über Stadt und Hafen hat.
Die n.w. Fortsetzung der Plaza de Santa Catalina ist die Calle
Mayor oder de 1a Marina Espafiola, die Hauptgeschäftsstraße
der Stadt. An ihrem Nordende ]. die Capitanta general. Halbwegs,
bei n° 26, führt r. die Calle del General Escafio zur Kirche Santa
Marfa de Gracia (Pl. 9), mit Skulpturen von Francisco Zarcillo
(S. 1xxv) in der Capilla del Prendimiento (der dritten Kapelle r.).
Weiterhin die hübsche Plaza de la Constituciön (Pl, A).
Vor dem östl, Stadttore, Pueriade San. Jose, führt s.ö. eine staubize