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ANDALUSIEN,

nördlichem Drucke in langgestreckten Parallelfalten hob und der
Durchbruch der heutigen Gibraltarstraßs dem Mittelmeer eine
andere Verbindung mit dem Ozean gab. Am spätesten tauchte die
Guadalquivirbucht auf, deren höchste Punkte kaum mehr als
150m ü, M. erreichen. Das Küstengebirge, das auf der afrikanischen
Seite sein Gegenstück hat, streicht im wesentlichen von O0. nach
W., mit steilem Absturz nach dem Meere. Querbrüche, die noch
nicht ganz zur Ruhe gekommen sind (häufige Erdbeben, 5. 355),
teilen es in mehrere Ketten, von denen die Sierra Nevada ( „Schneezebirge“)
 die höchste Erhebung Spaniens aufweist (3481m). Die
westliche Kette (Serranta de Ronda) biegt nach S. um, Im Gegensatz
 zu dem dem Mittelmeer zugewandten Faltenlande, der Anda-Iucfa
 alta, öffnet sich die Guadalquivirbucht, die Andalucfa baja,
nach dem Ozean. Der Guadalquivir (arab. Wüd-al-Kebir, „der große
Fluß“), der Baetis der Alten, neben dem Ebro der wichtigste Fluß
Spaniens, entspringt in der zu den nördlichen Bergen gehörenlen
 Sierra de Cazorla, erhält aber seine wasserreicheren Zuflüsse,
namentlich den Guadiana menor, aus der Sierra Nevada, Nach wildem
 Lauf tritt er jenseit Montoro in die Ebene, wird bei Cördoba
schiffbar und trägt von Sevilla an sogar mittlere Seeschiffe, Berüchtigt
 sind seine Avenidas (S. 272), die bei starkem SW.-Wind durch
len Gegenstrom der Meeresflut noch bei Sevilla den Wasserstand
plötzlich um 8m erhöhen können,
Die Geschichte des Landes reicht in die ältesten Zeiten hinauf,
 Es ist das Tharsis oder Tarschisch der Bibel, das schon in der
Völkertafel 1. Mos. 10, 4 genannt wird und bei den Griechen Tarfessös
 heißt, die Heimat edler Metalle, namentlich des Silbers, die
Hauptquelle des Reichtums von Tyrus. Ursprünglich begnügten
sich die Mittelmeervölker mit dem Besuche der Häfen, die sich in
den geschützten Buchten des südlichen Küstengebirges boten, und
überließen es den Eingebornen, ihnen die Erzeugnisse des Binnenlandes
 über das Gebirge und auf dem Flusse zuzuführen. So
antstanden, vielleicht noch vor Gades, die von Tyrus aus gegründeten
 phönikischen Städte Abdera (Adra), Sexi (Almufigcar, bei
Motril), Malaca (Mälaga), Suel (Fuengirola), Calpe (Gibraltar), nebst
einigen dem Namen nach unbekannten kleineren Niederlassungen,
die keine Münzen geschlagen haben, Um das Jahr 1100 tritt das
am meisten westlich gelegene G@adir oder G@ades hervor, das später
von den Karthagern abhängig wurde. Von Gades verbreitete sich
das erste und mächtigste Hilfsmittel für den Handelsverkehr, die
Schrift, und damit der Anfang einer höheren Gesittung auf der
Halbinsel. Von den Gaditanern zu Hilfe gerufen, brachen 480 vor
Chr. die Karthager, die sich auf den Balearen festgesetzt hatten;
in Iberien ein. Nach den punischen Kriegen folgte die Herrschaft
Aer Römer, die im J. 27 nach Chr. ganz Südspanien den Namen
Provincia Baetica gaben, In den Stürmen der Völkerwanderung
überfluteten germanische Stämme, die Vandalen, die Sueven und-