der Mauren, mit dem Alhambrapark (Alameda de la Alhambra ; Pl.
EF2, 3), in zwei parallele Hügelrücken, den Monte de la Asabica,
den eigentlichen Alhambrahügel, im N. und den Monte Mauror, einen
etwas niedrigeren, durch die Torres Bermejas verteidigten Ausläufer
im S,, scheidet (vgl. S. 339). Der von NO. kommende Darro wendet
sich bei der Alhambrahöhe nach S. und vereinigt sich mit dem
größeren G@enil, Letzterer, der Singilis der Alten, der Schindschil
oder Schenll der Mauren, schwillt zur Zeit der Schneeschmelze für
kurze Zeit stark an, trocknet aber im Sommer oft gänzlich aus,
Beide Hügel trugen einst iberische und römische Niederlassungen,
 von denen die auf dem Albatein vielleicht schon den Namen
Charndtiha hatte, während der des unbedeutenden römischen Ortes
auf der Alhambrahöhe durch eine westgotische Inschrift (S. 348)
als Nativola bezeugt ist. Die Mauren erbauten bald nach 741 an der
Stelle von Gharnätha die „Alte Feste“ al-Kasaba al-kadima und erweiterten
 diese dann durch die jetzigen Torres Bermejas und die
al-Kasaba al-dschedida, die „neue“ Burg, auf dem Alhambrahügel.
Der Fall der kleineren Maurenstaaten führte Granada, der natürlichen
 Bergfeste Südspaniens, viele neue Bewohner zu, die sich
an den Abhängen der beiden Hügel ansiedelten. So entstanden die
nach den Zuzüglern aus Antequera (S. 356) benannte Vorstadt
Antequeruela, der Mauror, das Gebiet der Wasserträger, am Westabhang
 des Monte Mauror, und die Churra, am NW.-Abhang der
Alcazaba, Endlich bildeten sich die Stadtviertel in der Ebene im
S. und W., die nach und nach zum Hauptteile der Stadt anwuchsen,
Bei der Einnahme 1491 (S, 325,6) soll Granada 500 000 Einwohner
gezählt haben. Mit der spanischen Herrschaft begann der Verfall,
Die Dekrete der Katholischen Könige entvölkerten sie; die Inquisition
 wütete hier besonders stark,
Erst in der letzten Zeit hat sich durch den starken Fremdenverkehr
 und die Anlage von Rübenzuckerfabriken der Wohlstand
gehoben. Durch die rege Bautätigkeit werden Neuerdings ganze
Stadtteile modernisiert, Aber der Blick in die Vergangenheit, die
Überbleibsel einer reichen fremdartigen Kultur und Kunst, die Aussicht
 auf die große Schneekette im Südosten werden den Besuch
Granadas und der Alhambra als Höhepunkt der spanischen Reise
erscheinen lassen, Auch für längern Aufenthalt bietet die Stadt
Anregung genug. — Das Leitungswasser ist schlecht. Auch das
von .den Aguadores nach orientalischer Sitte auf den Straßen verkaufte
 und in den Gasthöfen gewöhnlich verabreichte Wasser, das
meist aus der Fuente del Avellano (S. 332) stammt, ist mit Vorsicht
 zu gebrauchen.
Aus der Geschichte des Königreichs Granada heben wir nur die
Hauptpunkte hervor. Nach dem Untergange des Kalifats von Cördoba
(8, 357 machte sich im J, 1081 der Statthalter von Granada, Zdwi ibn Ziri,
selbständig und gründete hier die Dynastie der Ziriten; schon sein zweiter
Nachfolger Badis dehnte seine Herrschaft bis Mälaga aus. König ‘Abdallah
ben Balkin ward 1080 bei Cabra vom Cid (8. 27) geschlagen und verlor
1090 seinen Thron an die Almoraviden, denen seit 1149 die Almohaden

324 Route 42. GRANADA.

Lage.