Geschichte. GRANADA., 42, Route. 325

folgten (vgl. 8. 957). Mit dem: Sinken der Almohadenmacht nach der
Schlacht bei Las Navas de Tolosa (S. 317) begannen neue Aufstände der
eingeborenen Provinzstatthalter; ia H2d aus der arabischen Familie der
Beni Hüd und Mohammed ibn Jüsuf ibn al- Ahmar vom Stamme der Beni
Nasr traten unter ihnen bald als die mächtigsten hervor und kämpften
miteinander um den Besitz ‘"Andalusiens. Nach der Ermordung ibn Hüd’s
in Almeria gründete al-Ahmar ein ausgedehntes Reich, das mit Jacn als
Hauptstadt Granada, Mälaga und Almeria umfaßte. Seit der Eroberung
von Cördoba durch Ferdinand den Heiligen und dem gleichzeitigen Vordringen
 der Aragonier an der Ostküste in seinem Besitze ernstlich bedroht,
ıchloß er nach dem Falle von Jacn (1246) Frieden mit den Kastiliern, erkannte
Ferdinand als seinen Lehnsherrn an und unterstützte ihn sogar bei der
Eroberung von Sevilla (S. 381).
Granada ward nunmehr Sitz der von al-Ahmar € „Mohammed 1“) begründeten
 Nasriden- Dynastie, die sich noch fast 250 Jahre bald mit dem
Schwerte, bald durch kluges Lavieren zwischen den kämpfenden Parteien und
durch wechselnde Bündnisse mit den Kastiliern und den Meriniden Marokkos
im Besitze des Landes behauptete, Mohammed I. bot den aus Cördoba, Valencia,
 Jacn und Sevilla vertriebenen Mauren in Granada eine neue Heimat,
hob Industrie und Handel und sorgte für Festungsbauten, Verkehrswege und
Wasserleitungen. Seine Nachfolger, namentlich Mohammed II, (1272-1802),
Abu’l-Waltd Zsmatil (1309-25), Jüsuf I., genannt "Abwi-Haddschädsch, der 1833
den Thron bestieg und 1354 in der Schloßkapelle der Alhambra von einem
Walnsinnigen ermordet wurde, sowie Mohammed YV. (1954-91) setzten sein
Werk mit glücklichem Erfolge fort, schmückten das Land mit herrlichen
Bauten und machten Granada Zur reichsten Stadt der Halbinsel. Alles,
was den Glanz der maurischen Kultur in Spanien ausmachte, die hohe
Vervollkommnung des Ackerbaues und der Industrie, die Pflege der
Wissenschaften, dazu eine Blüte der Baukunst und des Kunstgewerbes,
die selbst die des alten Kalifats in Cördoba noch überragte, verdankte
Granada der Klugheit seiner Fürsten ; an ihrem Hofe lebten die berühmtesten
arabischen Dichter und Geschichtschreiber jener Zeit, wie Mohammed ibn
al-Khatib und ibn Khaldün, sowie der große Geograph %r Batüta.
Wie in den meisten maurischen Staaten, führten Parteikämpfe rasch
den Verfall herbei, Unter den Adelsgeschlechtern des Landes treten seit der
Mitte des xv. Jahrhunderts die Thaghri (Zegri) und die Beni Serrädsch, die
sagenberühmten Abencerragen, besonders hervor. Der König Abu Nasr Sa’d
ließ Seid Jüsuf, das Haupt der Abencerragen, töten, da diese im Staate allmächtig
 geworden seien, verlor aber darüber 4462 den Thron an seinen
Sohn Mulei Abwl Hasan (+ 1485), der seinerseits Mälaga an seinen Bruder
ez-Zagal („den Tapferen“), den späteren Mohammed XII., abtrat. Adu'l-Hasan’s
 erste Gatlin “Aischa sah sich in ihrer Machtstellung durch eine
junge spanische Sklavin, Zsabel de Solis, die beim Übertritt zum Islam den
Namen Thuraija erhielt und des Königs Lieblingsgattin ward, bedroht und
Fürchtete für die Erbfolge und das Leben jhrer Söhne Mohammed Abu
Abdallah („Boabdil“) und Jüsuf., Während die Zegri die Sache des Königs
vertraten, scheinen die Abencerragen sich auf die Seite “Aischa’s gestellt
und deswegen zum Teil den Tod erlitten zu haben, Diese Parteikämpfe
benutzten die „Katholischen Könige“, Ferdinand und Isabella, zur Erreichung
 ihres Lebenszieles, der Vertreibung der letzten‘ Mauren vom
spanischen Boden. Während Abu’l-Hasan das 1482 von den Christen eroberte
 Städichen Alhama (8. 355) zurückzugewinnem suchte, ließ “Aischa
ihre Söhne nach der Sage aus einem Fenster der Torre de Jas Damas (S. 849)
hinab und entfloh mit ihnen auf den Albaicin und acht Tage später nach
Guadix- (S. 820), wo Boabdil („el Rey Chico“) sofort zum Könige ausgerufen
wurde und bald auch in Granada selbst nach heftigen Kimpfen mit seinem
Vater zur Herrschaft gelangte, Seine Gefangennehmung durch die Spanier
bei Lucena (S. 954) führte jedoch schon 1488 einen raschen Umschwung
herbei; durch einen Vertrag gebunden, sah er auntätig zu, wie Ferdinand
zur Belagerung von Mälaga achritt, Erst 1486 siegte in ihm noch einmal
die Anhänglichkeit an sein Volk und seinen Glauben über seine Rachaucht
 und Herrschaftsgelüste; er überließ ez-Zagal, dem Jeizten heldenmütigen
 Führer der Mauren, Granada, wo dieser Mittlerweile nach Abu'l-