326 Route 42, (4RANADA, Mittlere Stadtteile.

Hasan’s Tode als König anerkannt worden war, und begnügte sich mit
dem Besitze von Loja (S. 355). Als er aber bei der Verteidigung dieser Stadt
binnen kurzem abermals in die Hände Ferdinands fiel, verpflichtete er
sich zur. Neutralität und ging nach Granada zurück, das ez-Zagal verlassen
hatte, um Mälaga zu entsetzen. Als Mälaga, Baza und Almeria, ez-Zagal’s
letzter Zufluchtsort, gefallen waren, verlangten die Spanier von Boabdil, dem
Vertrage gemäß, die Räumung von Granada. Zu spät zur Besinnung gekommen,
 raffte sich dieser zu einem letzten Verzweiflungskampfe auf,
schloß aber schon 1491 einen Friedensvertrag (vgl. S, 354) und verließ
 vor dem Finzuge der Katholischen Könige (2. Januar 1492) die Stadt.
Die Sage hat das unrühmliche Ende Boabdil’s ausführlich geschildert; sie
Jäßt ihn bei dem Abzuge über die Sierra Nevada an dem heute „El Ultimo
Suspiro del Moro“ benannten Orte (S. 336) sich tränenden Auges nach
Granada zurückwenden, worauf seine Mutter ‘Aischa ihn verspottete:
„Weine nicht wie ein Weib, da du nicht kämpfen mochtest wie ein Mann %

a. Die Stadt Granada.
Verkehrsmittelpunkt ist der Platz Puerta Real (Pl. E 5),
der seinen Namen von einem ehemaligen Tor hat, Unter ihm
fließt der überwölbte Darro. Seine südliche Fortsetzung, die Carrera
 del Genil, führt zum Genil: vgl. S. 335. Nordwärts führt die
lebhafte ladenreiche Calle del Poeta Zorrilla zur Plaza de la Trinidad,
amtlich Pl. de M, Almagro genannt (PL DE5).
Die von der Puerta Real n.ö. nach der Plaza. Rodriguez Bolivar
(S. 330; PL Nueva) laufende Calle de los Reyes Cat6licos
(PL. E 5, 4), die ebenfalls auf dem überwölbten Bett des Darro angelegt
 ist, ist die belebteste Straße der Stadt (Straßenbahnen 8,
S. 322). An ihr gleich r. die kleine Plaza de Cänovas del Castillo
(PL E 5; auch Pl. del Carmen), deren Ostseite das moderne Rathaus
(Ayuntamiento) begrenzt. Weiterhin geht r. die kurze Calle de Löpez
Rubio ab, in welcher ein malerischer Hufeisenbogen und Stalaktitengewölbe
 von einem maurischen Getreidespeicher aus dem Anfang
 des xiv, Jahrh, erhalten sind (jetzt Casa del CarbOn genannt,
lange Zeit Kohlenlager). Gegenüber der Post (Correo; Pl. E 4)
5ffnet sich 1, die neue Gran Vfa de Colön, 8. S. 330.
Wir wenden uns bei der Plaza de C4novas del Castillo durch die
nördl. Seitenstraßen nach der
Plaza de Bibarrambla (Pl. E 5), auch Pl. de la Constituciön
genannt. Das maurische Tor Bib ar-ramla, das sich auf die „Rambla“
des Darro öffnete, ist 1873 abgebrochen worden, Auf dem Platz
wurden in maurischer wie christlicher Zeit Feste gefeiert, aber auch
blutige Parteikämpfe ausgefochten. Im 0. begrenzt ihn der größtenteils
 aus dem xXvır, Jahrh. stammende Palacio Arzobispal (Pl. E 5);
an der Westseite standen die Miradores, ein Prachtbau für die Zuschauer
 bei den Festspielen, der 1879 abbrannte. — Aus der NO.-Ecke
 der Bibarrambla gelangt man zu der Placetadelas Pasiegas,
 dem kleinen Platze vor der Kathedrale; 8,5. davon die Alcatcerfa,
 mit auf schlanken Säulen ruhenden Hufeisenbogen, den Resten
oiner 1843 abgebrannten maurischen Markthalle (al-kaisariija).