330 Route 42. GRANADA. Mittlere Stadtteile.

Reliquien und Gemälde verwahrt, unter letzteren ein Christusbildnis
(Vera Ikon) von Dieriek Bouts und eine Madonna aus seiner Werkstatt,
 die Flügel des berühmten Altars der Kartause von Miraflores
(8.35) von Roger van der Weyden (Wiederholung im Kaiser-Friedrich-Museum
 zu Berlin), Madonna und Kreuzabnahme von Memling,
Christus am Ölberg von Botticelli u. a. Auf einem Altar des rechten
Seitenschiffs ein *Triptychon von Dierick Bouts, Kreuzigung, Kreuzabnahme
 und Auferstehung (S. LXXvVIM).
Die SAKRISTEI (Gr. 19) enthält: knieende Holzstatuen Ferdinands und
Isäbellas unbekannter Herkunft; in einem Glasschrank das Schwert Ferdinands,
 das Zepter, die Krone und einen in eine Kustodie verarbeiteten
Spiegel Isabellas ; reichgestickte Meßgewänder (casullas), eines von Isabella
gearbeitet; je zwei bei der Eroberung Granadas aufgesteckte Fahnen und
Standarten; Goldschmiedearbeiten; ein Meßbuch (misal) der Königin von
Francisco Flörez, mit 20 Bildern und 151 Rlättern. Das Ganze wird am
2, Januar als Feldaltar vor dem Grabmal des Königspaares aufgebaut.
Lohnend ist die Besteigung des nördl. Turmes (S. 327) und
ein Umgang auf dem Dache, von wo man eine schöne Aussicht und einen
Überblick über die Kathedrale hat: Zugang durch die kleine Tür gleich
1. nach dem Eintritt durch das Hauptportal:; 156-417 Stufen: Trke. 50 e.

Die malerische Placeta de la Lonja (Pl. E 4) bietet einen
hübschen Blick auf die reiche spätgotische Außenarchitektur der
Capilla Real und das im xvımn. Jahrhundert z, T, modernisierte Portal
der SO.-Seite von Juan Garcfa de Pradas, mit plateresken Ornamenten
 und Statuen der h. Jungfrau und der beiden Johannes. —
An die Capilla Real stößt die dem Sagrario (S, 329) vorgebaute, 1518-22
 von J. 6. de Pradas errichtete Lonja.
An der Südseite der Placeta de la Lonja, gegenüber der kgl.
Grabkapelle, erhebt sich die Casa del Cabildo antigua, einst Sitz
der nach dem Falle Cördobas und Sevillas von Jüsuf I. neu gegründeten
 Universität, später Wohnung der „Katholischen Könige“, Sein
phantastisches Äußere erhielt das Gebäude im xvım, Jahrhundert.
Bis 1851 diente es als Stadthaus, jetzt als Tuchwarenlager. Im
Innern (Trkg.) zu beachten: im Erdgeschoß ein achteckiger, neuerdings
 restaurierter Kuppelsaal, im ersten Stock die Sala de Cabildos
mit eigentümlicher Holzverkleidung am Dachstuhl,
Ein kurzer Durchgang führt von der Placeta de la Lonja Ööstl.
auf die breite Gran Vfa de Col6n (Pl E-C 4), die seit 1901
durch einen der engsten und winkligsten Teile der Altstadt von
der Calle de los Reyes Catölicos (S. 326) nördl. bis zum Paseo del
Triunfo (S. 333) durchgebrochen worden ist. — In einer Seitenstraße
 r. der CONwENTO DE LAS'MONJAS DRL ANGEL (Pl. D 4), nach
der Zerstörung durch die Franzosen 1819-30 erneut. Zutritt nur
während der Frühmesse (6 oder 7 Uhr)... Über dem Eingang zur
Kirche ein Schutzengel aus der Schule des Al, Cano; im Innern
an den Vierungspfeilern Statuen der H. J oseph, Antonius, Pedro de
Alcäntara und Diego de Alcalä von Pedro de Mena (S. 1xxtv). —
Weiter nördl. in der Gran Vfa r, die neue Herz-Jesukirche (Corazin
Ze Jest8).