Geschichte,

ALHAMBRA. 42. Route. 337

b, Die Alhambra, |
„Jahrhunderte der Liebe und Galanterie,
zsiatischer Verweichlichung und römischen
Stolzes;, von Spiritualismus und Weltlust
tauchen vor uns auf bei dem Namen Alhambra.“
Die Alhambra nimmt das Plateau des westöstlich streichenden
Monte de la Asabica ein,.der im N, vom Darro begrenzt, im S, durch
die Valle de ia Asabie@ von dem Monte Mauror geschieden wird.
Senkrecht auf seine Achse durchbricht die Schlucht der Cuesta del
Rey Chico (S. 332), ein alter Festungsgraben, diesen Bergzug und
trennt. ihn im 0. vom Cerro del. Sol (S. 323), an dessen Fuße das
Generalife (S, 350) liegt. Das Plateau hat eine Länge von 726m
und eine Breite von 179ın, ähnlich wie Sagunt (8.276); und scheint
ebenso von der Natur zur Festung bestimmt zu sein. Die vorspringende
 schmale Spitze im W. trägt die Burg, die Alcasaba; ihr
folgt nach einem kleinen Glacis, der Plaza de los Aljibes, die eigentliche.
 Alhambra: der Palast der maurischen Herrscher; an diesen
schließt sich im SO, die noch jetzt stadtähnliche Alhambra. alta, die
Wohnung des Hofgesindes und der Beamten. Es wiederholt sich
hier also die Dreiteilung anderer derartiger Anlagen des Mittelalters,
 z. B. der Deutschordensburgen in Preußen: das feste „Hochschloß“,
 das als Herrschersitz dienende „Mittelschloß“ ‚und die
„Vorburg“. Die Araber nannten die ganze, von turmreichen Mauern
umschlossene Burg Medinat al-hamrä, wörtlich die „Rote Stadt“,
nach der Farbe des. Gesteins, aus dem sie erbaut ist, Der Boden
besteht aus einem eigentümlichen ton-, mergel- und eisenoxydhaltigen
 Gemisch. - .
Die Geschichte der. Alhambra beginnt mit Mohammed I;
(4232-72), dem ersten nasridischen Herrscher, Während die Ziriten
ihren Sitz auf dem Albaicin (vgl. S. 323) und auf dem Alhambrahügel
 nur einige Befestigungen hatten, die bei Gelegenheit der
zahlreichen Kämpfe des x.-xı1. Jahrhunderts erwähnt werden, ersah
Mohammed sich den Alhambrahügel zu seiner Residenz aus und beyann
 den Bau der Königsburg, einstweilen in kleinen Verhältnissen.
Allenthalben sieht man noch seinen Wahlspruch: Wala ghaliba ill
Allah, „es ist kein Überwinder außer Gott“, welchem später Karl V.
sein plus ultra hinzugefügt hat, Mohammed 11, (1272-1302) setzte
das Werk des Vaters fort, Mohammed III. (1302-9) erbaute die Alhambramoschee
 (S. 348). Jüsuf I. (1333-54) begann, entsprechend
dem Wachstum der Macht und der Mittel, den stolzen Comares- oder
Myrtenhofpalast, wo der Herrscher thronen, Versammlungen abhalten
 und Gesandte empfangen sollte; ihm wird außer dem Comaresturm
 (S. 343) und den Bädern (S. 347) auch die ganze
Umfassungsmauer des Alhambrahügels mit weiteren 23 Türmen zugeschrieben,
 Mohammed V, (4354-91) gilt als der Schöpfer deı
eigentlichen Prachtbauten. Von ihm ist nicht nur der Ausbau des
Myrtenhofes, sondern auch das Cuarto de Machuca, die Sommer-