338 Route 42. ALHAMBRA. Geschichte,

wohnung für einen Teil der Familie, und der üppige Löwenhofpalast,
 die Winterwohnung des Hofes mit dem Harem des Herrschers.
Der letzte maurische Herrscher, der an der Alhambra weiterbaute,
ist Mohammed VLI. (4392-1408), Die Ausschmückung des Infantinnenturms,
 die unter ihm erfolgte, zeugt schon für den beginnenden
Verfall der maurischen Kunst.
Die Katholischen Könige wandten der Alhambra das größte Interesse
 zu. In ihrem Auftrage ließ Graf Tendilla, der erste Capitän
general von Granada, die Innendekoration des Palastes durch geschickte
 Werkleute restaurieren und die Mauern verstärken. Weniger
glückliche Folgen hatte der Besuch Karls V. in Granada (1526).
Obwohl der Kaiser ebenfalls, wie die ihm zugeschriebene Außerung:
 „desgraciado de 61 que tal perdiö“, beweist, von Begeisterung
für die maurische Kunst erfüllt war, mußten seinem neuen Schloßbau
 (S. 348) doch zahlreiche Nebengebäude der alten Alhambra
weichen, Die 1591 durch eine Pulverexplosion beschädigten Teile
der Sala de los Mozarabes (S. 344) und des Löwenhofs wurden
nach Möglichkeit ausgebessert. Der Verfall begann 1718; als Philipp
 V. die für die Erhaltung der Bauten bestimmten Summen
einzog, Im J, 1812 sprengten die abziehenden Franzosen Teile
der „Festung“ Alhambra in die Luft. Es wird erzählt, daß nur die
Geistesgegenwart eines spanischen Soldaten, der heimlich die Zündschnur
 durchschnitt, den Hauptteil der Gebäude rettete. Die ersten
Reinigungen nahm 1828 Jose Contreras (T 1847) vor, 1830 bewilligte
Ferdinand VII, einen jährlichen Beitrag von 50000 Realen für die
Wiederherstellung des maurischen Palastes, und es begannen nunmehr,
 nach Jose’s Tode unter der Leitung seines Sohnes Rafael
Contreras (+ 1890) und seines Enkels Mariano Contreras, jene umfassenden
 Arbeiten, die dem weiteren Verfall entgegenwirken, Auch
die‘ alten Wasserleitungen werden jetzt wiederhergestellt. Die
Arbeiten werden gegenwärtig von dem Architekten M Odesto Cendoya
geleitet; „Conservador de la Alhambra“ ist @6mez Tortosa,

‚Die S. 322 gen. Zahnrad bahn führt alle 1/2 St. von der Cuesta
de las Vistillas (S, 386), 1. mit prächtigem Blick auf Granada, die
Vega und die Sierra Nevada, am Südabhang des Monte Mauror hinauf
zu dem Campo de los Märtires, dessen Name an die Leiden der christlichen,
 bei den Alhambrabauten beschäftigten Gefangenen erinnert,
die hier nachts in den von Mohammed I. angelegten unterirdischen
Silos oder Mazmorras (S, 291) mit Fußfesseln eingesperrt wurden,
Ein steinernes Kreuz erinnert daran, Die Zahuüradbahn endigt im
Alhambrapark bei dem privaten „Museo de Santo Domingo“ (P1.F2;
Bilder und Wandteppiche ; Eintr, frei), von wo man in wenigen Min,
zur Puerta de los Carros (S. 339) oder Puerta Judiciaria (8. 340)
gelangt.
Die prächtigen aussichtareichen Gärten des dem Belgier M, Meeramans