Maurischer Palast, ALHAMBRA, 42, Route. 943

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*Myrtenhof,” Patio de La Alberca oder de los Arrayanes, der zum
Comarespalast. gehört (S. 337) und seinen Namen von dem von
Myrtenhecken (mesas de arrayanes) eingefaßten Teiche (alberca, arabisch
 birka) hat. Doch sind die Myrten jetzt fast bis zum Boden
gestutzt. Er ist 37m lang, 03m breit; an seinem N.-Ende ragt
der große Festungsturm (s. unten) auf, während im SW. der Palast
Karls V. hereinblickt. Der Hof ist 1890 durch eine Feuersbrunst
beschädigt worden. Seine beiden Langseiten wurden schon 1841-43
restauriert. Die beiden Schmalseiten bilden herrliche, von je sechs
schlanken Marmorsäulen getragene Galerien, deren Boden mit Marmorplatten
 belegt ist; besonders schön im S., wo der graziöse
Aufbau, namentlich die oberste offene Galerie; Bewunderung verdient.
 Man beachte die Kapitäle der beiden mittelsten Säulen;
ferner die Alkoven (arab. al-hanija) an den beiden Enden dieser
Galerien, mit einst blau gefärbter Stalaktitenwölbung und dem S. 337
gen, Wahlspruche: „Es ist kein Überwinder außer Gott“. Eine andere
(erneuerte) Inschrift nennt und. preist Mohammed V., den Eroberer
von Algeciras (1368), als den Erbauer dieses Patio de la Albehira.
. In der w. Langwand des Hofes führt die erste Tür zu den Räumen
für das Aufsichtspersonal, die zweitnächste zum Patio del Mexuar (S. 348);
zegenüber "der letzteren an der 0.-Wand führt eine meist verschlossene
Treppe zu den Bädern (S. 347) hinab, während man durch die Tür gepenüber
 der Eingangspforte des Palastes die Sala de los Mozärabes (S. 344)
und den LZöwenhof (S. 344) betritt. Die Treppe in der SW.-Ecke des
Hofes, neben dem Eingange, führt zu dem Innern des Kaiserpalastes (S, 348).
Durch einen reichen Hufeisenbogen im N, gelangt man in die
Sala de Is Barca, die Vorhalle zum Comaresturm, deren Tonnengewölbe
 1890 durch Brand zerstört wurde. Zu beiden Seiten des
Eingangs befinden sich Nischen (al-hantja oder tüka)zur Aufstellung
von Ruhebetten oder von Wassergefäßen (al-karrdza); Die Inschriften
preisen den Erbauer ibn Nasr (eine seit Abu'l Walid Isma‘il, dem
Sohne ibn Nasr'’s, oft wiederkehrende Bezeichnung für die Herrscher
 von Granada). Prachtvoll ist der Bogen, der auf der andem
Seite die ungeheure Mauer des Comaresturmes durchbricht. R. und
1.ıdavon ebenfalls zwei schöne al-hantja.
Der verfallene Comaresturm ist angeblich von Werkleuten, die
aus Comares n.5. von Mälaga stammten, erbaut worden, Seine Höhe
beträgt 45m. Die Zinnenbekrönung ist modern. In der nordwestl.
Ecke des Barkensaales führt eine enge, gewöhnlich verschlossene
Treppe hinauf zu der Plattform. Im Innern des Turmes der
**gaal der Gesandten, Sala de los Kmbajadores, ein Raum
von 11m im Quadrat und 18m Höhe, der durch zwei Stockwerke
geht. Er war der Thronsaal des Herrschers, dessen Sitz dem Eingang
 'gegenüber an der N,-Seite stand; hier fand die letzte Versammlung
 der Mauren unter Boabdil statt, um über die Übergabe
von Granada zu beraten, Die Inschriften nennen Jüsuf IT. als Erbauer.
 Die Kuppel von Lärchenholz, die den Saal überwölbt, wird
Tas Ans Wacette eines geschliffenen Diamanten verglichen. Die un-