344 Route 42, ALHAMBRA. Maurischer

geheure Dicke der Mauern erkennt man an den Fensternischen, deren
jede gleichsam ein besonderes Zimmer bildet, mit Aussicht auf.die
Stadt, den Albaicfn und das Darrotal, Die mittleren Fenster sind
äurch je eine schlanke Säule geteilt, sogenannte Ajimez (arab. schemsiye,
 d.h. Galerie zum Schutz gegen die Sonne). Die. Ornamentik
des Saals gehört zu der reichsten in der Alhambra; Rafael Contreras
(S. 338) zählte hier allein 152 verschiedene Muster, die mit eisernen
Formen in’ die frische Cipsbekleidung der Wände eingedrückt
worden sind. Die Farben sind vorherrschend rot und dunkelblau.
Aus der ersten Fensternische: r, in der 0,-Wand führt ein Durchgang
zu dem Peinador de la Reina (S. 347) und in das untere Geschoß.
Wir kehren in den Myrtenhof zurück und betreten, wie S. 343
angegeben, durch die Sala de Los Mozärabes (s. unten) den
*% Löwenhof (Patio de los Leones), den Mittelpunkt der Winterwohnung
 der Herrscherfamilie. Den Namen hat er von den zwölf
Löwen, welche die große Brunnenschale in der Mitte tragen. Der
Bau begann 1377, unter Mohammed V, Als Baumeister wird der
Maure Aben Cencind/?) genannt. Der 28m 1, und 16m br. Hof ist von
siner Säulenhalle umgeben, aus welcher an den Schmalseiten je ein
herrlicher Kuppelpavillon heraustritt. Mit einfachen wechseln Gruppen
 von zwei, an den Ecken von drei und vier Säulen: im ganzen
124, Die Wände sind aus Holz und Gips. Im Gegensatz zu der
einfachen Größe des Myrtenhofs ist hier alles zierlich fein; die
durchbrochene (Hipsdekoration erscheint wie aus Elfenbein geschnitten.
 Ursprünglich war der Hof mit sechs Orangenbäumen bepflanzt,
 Die Dächer sind modern. Die Löwen des Brunnens (Fuente
de los Leones) sind unbeholfen gearbeitet, aber stilistisch wirksam.
Die untere Schale (pila), 3m im Durehmesser und 60cm tief, mit
einer um den Rand laufenden Inschrift, erinnert an das „Meer“ im
salomonischen Tempel. Die kleine obere Schale (taza) ist ebenfalls
maurischen Ursprunges, wurde aber erst später hinzugefügt; der
Aufsatz darüber ist vom J. 1838, An den Schmalseiten der Galerie
sind noch acht flache Marmorbecken mit Springbrunnen, Rinnen
leiten ihr Wasser nach der Mitte, wo es mit dem des Löwenbrunnens
 zusammen abfließt. Sämtliche Brunnen lanfen nur an wenigen
Festtagen (S, 322/323). . ;
An. den Löwenhof schließen sich auf allen vier Seiten schöne
Säle, Im W. der jetzige Vorraum des Hofs, die ;
Sala de los Mozärabes, 20m lang, aber nur 4m breit. Das
schwerfällige Tonnengewölbe im Renaissancestil wurde nach der
S, 338 gen. Pulverexplosion von Blas de Ledesma eingefügt (1614);
loch sind 1863 Reste der alten Kuppel und der übertünchten Wand-Jekoration
 wieder freigelegt worden. Wegen des Namens vgl. S. 125.
Der *Saal der Abencerragen, im S, des Löwenhofes; führt
seinen Namen von dem mächtigen Adelsgeschlecht der Abencerragen,
welche, nach der Sage wegen eines Liebesverhältnisses ihres Oberhauptes
 Hamet mit Boabdil’s Gattin (S, 3541), angeblich hier. ent-