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ALHAMBRA. 42. Route. 347

{629 als Schloßkapelle benutzt (vgl. S. 345). Der Altar scheint aus
sinem 1546 in Genua gekauften Kamin hergestellt zu sein; die
Ahbundantiastatuen und das Ledarelief in der Ecke daneben gehörten
 dazu. Das Altarbild ist alt (1680), aber wertlos. In der
Maurenzeit diente der Raum vielleicht als Audienz- oder als Gerichtesaal,
 die Galerie, die man früher wohl vom Cuarto Dorado aus
betrat, als Versammlungsstätte für den aus den Vornehmsten des
Volkes berufenen Staatsrat. __ Eine moderne Tür führt in die Mosala,
die von Mohammed V. erbaute maurische Schloßkapelle (der Mihräb
an der SO.-Seite, vgl. S. 362). Der Raum gehörte zu dem bis auf
geringe Reste zerstörten und fast ganz von Gartenanlagen eingenomMmenen
 Cuarto de Machnca (vgl. Ss. 337/8).
Schräg gegenüber der christlichen Kapelle mündet am Mexuarhof
 ein unterirdischer Viadukt, der bei einigen Kellerräumen YOrüber
 zu den Bädern und dem Patio de la Reja (s. unten) führt. —
Man wende sich am Ende des Viadukts zunächst r. in die &gt;*Bäder
(Banos), eine ausgedehnte unterirdische Anlage im O. des Myrtenhofes,
 aus der Zeit Jüsufs I. Der erste, dem Apodyterium der
römischen Bider entsprechende Raum, die zum Auskleiden und
Ausruhen bestimmte Sala de las Camas oder de Los Divanes, zeichnet
sich durch einen lichten Oberbau aus, der auf schlanken Säulen
suht. Zwei Nischen für Ruhebetten sind stark restauriert. Auf
Jer Galerie hatten die Sängerinnen ihren Platz. Die Inschriften
and die Wanddekoration sind modern; beachtenswert der maurische
Brunnen und die Mosaik des Fußbodens. Auch die eigentlichen
Baderäume feuartos de bafo y sudorfficos) haben Ähnlichkeit mit
altrömischen Bädern; der Hauptraum entspricht dem Tepidarium.
Marmorwannen sind noch vorhanden, die Heizungsanlage (calorffero)
im „Caldarium“ ist zerstört.
Aus der Sala de las Camas tritt man weiter in den *Patio de
Daraxa (S. 346; arab. dür ‘Aischa; Haus der Aischa), den früheren
innern Schloßgartten, den Karl V. umgestalten ließ. Der von Zypressen
 umstandene Brunnen stammt wahrscheinlich aus dem Mexuarhof
 (S. 346) und wurde erst 4626 hier aufgestellt; maurisch ist
anr die obere Schale, mit langer Inschrift, das untere Becken ist aus
lem xvr. Jahrhundert. In einem der Nebenräume ist ein Flüsterrewölbe.
 Die Räume im Obergeschoß (Aposentos de Carlos V) enthalten
 u. a. das Alhambraarchiv (ca. 300 Hefte mit alten Plänen und
Rechnungen vom Palast Karls V., S. 348). In einem der letzten
Zimmer hat Washington Irving 418929 seine „Tales of the Alhambra“
geschrieben.
Der nach den Fenstergittern benannte kleine Patio de 1a Reja,
mit vier Zypressen und einem Springbrunnen, wurde 4654-55 angelegt.
 — Über die Treppe in der NW.-Ecke gelangt man 1. zum
Gesandtensaale (S. 348), r. durch einen Verbindungsgang ( Corredores
modernos) zum * Peinador de 1a Reina („Putzzimm®er der Königin“),
im Obergeschoß der von J fisuf I, errichteten Torre del Peinador. Die

Palast.

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