348 Route 42. ALHAMBRA, Palast Karls V.

1624 z. T. restanrierten Grotesken und die stark zerkratzten figürlichen
 Darstellungen, Szenen aus dem Zuge des Kaisers nach Tunis
(1535), sind von Julio de Aquiles und Alexander Mayner (8, LXXXI);
deren andere Arbeiten in der Alhambra untergegangen sind. Prächtige
 Anssicht.

Der * Palast Karls V, (Pl. 17: E 2; Eingang s, 8. 343) bildet
ein mächtiges Quadrat von 63m Seitenlänge und 17,4m Höhe, mit
wuchtigem Rustika-Erdgeschoß und Öberstock ionischer Ordnung,
das mit einem dorischen Karnies abschließt. Den Plan entwarf
1526 im Auftrag des Kaisers (8. 338) Pedro Machuca (S. zwnn), ein
in Rom ausgebildeter Künstler, in Anlehnung an die Bauten der
Halienischen Hochrenaissance, Die Kosten bestritt man aus dem
Tribut, den die Mauren für allerhand Zugeständnisse zahlten. Bei
Machuca’s Tode (1550) waren die Fassaden mit Ausnahme der Portale
 und im Innern die Grundmauern fertig. Sein Sohn und Nachfolger
 Luis Machuca (+ 1572) begann unter Philipp II. nach Pedro’s
Entwurf den inneren Säulenhof, einen prachtvollen offenen Rundbau,
 unten dorischer, oben ionischer Ordnung, Der Aufstand der
Moriscos (1568) führte eine fünfzehnjährige Unterbrechung herbei,
Bauleiter wurden dann nacheinander Juan de Orea, Juan de Mijares
und Pedro Velasco. Das Nordportal zeigt den Einfluß Herrera's
(S. 1x). Von hervorragender Schönheit sind das westl. und das südl.
Portal, letzteres von Nie, da Corte (S. zvın). Nach der Vollendung
des Säulenhofs (1616) gerieten die Arbeiten ins Stocken, Nur die
Haupttreppe, in der NW.-Ecke des Hofs, wurde noch beendet (1635).
Das Dach, wie auch die Schloßkapelle in der NO.-Ecke, deren Kuppel
alle Alhambrabauten Überragen sollte, und der große Triumphbogen
an der Südseite blieben unausgeführt.
Die z, T, vortrefflichen Türeinfassungen, Sowie die reichen Ornamente
und Bildwerke in Serpentinstein aus der Sierra Nevada, in Marmor von
Macael (S. 327) und aus der Sierra de Elvira, stammen nach den Rechnungen
 des Archivs (S. 347) von Juan de Orea, Antonio de Leval, Juan de
Cubillana, Andrä de Ocampo, Niccold da Corte u. a; hervorzuheben die
reizvollen Reliefs, mit Kampfszenen (Schlacht von Pavia?), einer allegorischen
 Darstellung, Triumph des Friedens (Anspielung auf den Friedensschluß
 mit Franz I. von Frankreich?) u. a., die Trophäen und die geflügelten
 Frauengestalten über den Portalen,
Wir wenden uns nun um die Südseite des Kaiserpalastes über
die Plaza de los AlXmos zu der unbedeutenden Kirche
Santa Maria (Pi, 18: E F 2), einem von Juan de Orea (s. oben)
und Ambrosio de Vico (8, 327) in Anlehnung an einen Plan Herrera’s
1581-1648 errichteten dreischiffigen Renaissancebau. Die Kirche
nimmt z. T. die Stelle der 1576 wegen Banfälligkeit niedergerissenen
 Mezquita Real, der von Mohammed III. erbauten kleinen dreischifflgen
 Alhambramoschee (S. 337) ein, in welcher nach der Übergabe
 Granadas die erste Messe gelesen ward,
Über der zweiten Tür an der Südwand der Kirche berichtet eine
Marmorinschrift aus der Zeit der Westgotischen Könige Witterich nnd Beccared
 über die Erbauung der Kirchen der H, Stephan, Vincentius und Tas