350 Route 42. GRANADA. Das Generalife.

genannte 8.5. Festungstor, durch das Boabdil die Alhambra verließ
und das dann auf seine Bitten für immer geschlossen wurde,
Dieses Tor, das jetzt ganz freigelegt wird, erhebt sich mit seinen
beiden ursprünglich 22m h. Türmen über einer Bastei, deren unterirdische
 Gänge im xvmnr. Jahrhundert zu den von W. Irving (8. 347)
mitgeteilten Schatzsagen Anlaß gegeben haben, .

6. Das Generalife.

Am Fuße des Cerro del Sol, im O0, des Alhambraschlosses und
ca. 50m über dem Alhambrahügel, liegt der * Palacio de Generalife
(PL. E F 1), der berühmte Sommersitz der maurischen Könige, Der
Name, früher G@inalarife, arab. Dschennat al-"Arif, Garten des "Artt
(vielleicht „des Baumeisters“), weist auf den ursprünglichen Besitzer
hin. Nach einer arabischen Inschrift im Innern wurde der Palast
1319 von Abw'l- Walid Ismail neu ausgeschmückt , ‚seit 1494 aber
auf Befehl Isabellas der Katholischen um zwei jetzt größtenteils verschwundene
 Stockwerke erhöht und mit Neubauten umgeben, Seit
dem Alcaiden Don Pedro de Granada (7 1565), einem Nachkommen
des %n Hüd (S, 325), blieben die sog. Marqueses de Granada Ver-Walter
 des Generalife, Die ‚jetzige Besitzerin ist die Marquesa de
Campotejar, Die Innenräume sind sehr verfallen und z. T, durch
vielfachen Umbau entstellt; von der ursprünglichen, den Haupt-‚äumen
 des Alhambraschlosses um ein halbes Jahrhundert vorangehenden
 Dekoration ist das meiste übertüncht.
Man läutet an dem S, 349 gen, modernen Außentore (Pl. 27: F 2;
Eintritt s. S, 328; dem Pförtner wie später dem Gärtner Trkg.). Ein
aussichtreicher, mit beschnittenen Zypressen bepflanzter Fußweg
führt zu dem Eingang (Pl. 28: F 1; der ehem, direkte Verbindungsweg
 zwischen der Alhambra und der W.-Seite des Gebäudes ist
verschlossen).
Der malerische, 48m 1. und 12,8m br, Hof ist wie in der
Maurenzeit mit Myrtenhecken und Orangen bepflanzt und von der
Wasserleitung (Acequia de Generalife) durchflossen. Die Bauten
an der Ostseite stammen aus dem XVI. Jahrhundert, die Westseite
begrenzt ein Portikus von 18 Spitzbogen, dessen Mitteltür auf einen
Mirador (arab. Manzar, d. h. Belvedere), jetzt Kapelle, mündet. —
An der Nordseite gelangt man durch eine fünfbogige Galerie und
weiter durch ein dreibogiges Portal (daran die oben gen. arabische
Inschrift) in einen rechteckigen Saal von 13, m Länge, mit Alkoven
an beiden Enden; dahinter ein kleineres quadratisches Zimm er,
dessen Balkonfenster eine Prachtvolle Aussicht auf das Darrotal bietet.
Die modernen Seitenräume, die Sala de los Reyes x. und die S, de los
Marqueses 1., enthalten Mittelmäßige Bilder spanischer Könige und
Königinnen von Ferdinand und Isabella an, Sowie angebliche Bildnisse
 der Marqueses de Granada (s. oben), meist Kopien aus dem
XYIZ. Jahrhundert,