358 Route 45.. CORDOBA. Kathedrale (Moschee).

machte der Maurenherrschaft hier ein Ende. Seitdem geriet Cördoba in
Verfall; die vertriebenen und durch christliche Ansiedler ersetzten Mauren
zogen sich nach Granada und nach dessen Eroberung (1492) nach Marokko
zurück. Die großartigen Bauten, von denen die arabischen Schriftsteller
mit orientalischer Überschwenglichkeit Wunder berichten, namentlich die
Bewässerungsanlagen, Verfielen, und die einst so gepriesene Campifa wurde
zu einer fast öden Steppe,
Cördoba ist Geburtsort des Redners M. Annaeus Seneca (54. vor-A9 nach
Chr.), seines Sohnes, des Stoikers Lucius Annaeus Seneca (4 vor-65 nach
Chr.), und seines Enkels, dea M. Annaeus Zucanus, des Dichters der Phar-3alia;
 des von Dante gepriesenen Arabers Averros (1126-1198), des berühmten
Übersetzers und Erklärers des Aristoteles ; des Rabhi Moses Maimonides (1135-1204);
 des Juan de Mena (ca, 1411-56), Verfassers des „Laberinto“, welcher
Cördoba „la flor de saber y de caballerfa“ nennt; ferner der Schriftsteller
Loren?o de Sepilveda un A Luis de Aöngera (156 '-1627), sowie der Maler Pahlo
de Cespedes (1538-1608) und Juan de Valdds Leal (1630-94). Von Cördoba hat
der „Gran Capitän“ Gonsalvo (5. 384) seinen Beinamen, obschon er in Monälla
 (S. 365) geboren war

Vom Hauptbahnhof (Pl. B C 1) erstrecken sich im W. der
Stadt die hübschen Anlagen der Jardines de la Victoria (Pl. B 2, 3),
die südl. bis zur Puerta de Almoddvar (Pl. B 3) reichen, einem
Überrest der maurischen Stadtmauer, Östl. vom Bahnhof die große
Plaza Coldn (Pl.C D 1), gleichfalls mit Anlagen und mit der Torre
de mar muerta (1406) im NO.
Südl, vom Bahnhof beginnt der Paseo del Gran Oapitän
(Pl. C 1,2), eine an Sommerabenden sehr belebte Promenade, mit
mehreren Kaffeehäusern. Auf der Westseite des Paseo die Corz-SIATA
 DE: SAN Hır61Lrto0, erbaut von Alfons XI. nach der Schlacht
am Salado (1340), 1729 modernisiert, mit den aus der Kathedrale
hierher übertragenen modernen Grabmälern der Könige Ferdinand
 IV, und Alfons XI. r. und 1. vom Hauptaltar, sowie des Geschichtschreibers
 Ambrosio de Morales (1513-91) im Kreuzgang.
Auf derselben Seite das Theater. Weiter südl. liegt die Kirche
San Nicolis de la Villa, mit achteckigem zinnengekrönten Turm
(xv. Jahrh.), einem ehem. Minarett,
Man wende sich östl. in die Calle del Conde de Gondomar (P1.02)
und an deren Ende, bei der Plaza de Cänovas, kurz vor dem Hotel
Suizo r. in die Calle de Jesüg Marfa (Pi. C 2, 3). Von hier süal,
durch Calle del Angel de Saavedra, C, Pedregosa, C, C6spedes (in n° 9
lürftige Reste maurischer Bäder) zur Kathedrale.
Die *°% Kathedrale (Pl.C3, 4; Besuchszeit s, 3. 356/357), die
ehemalige Mesdschid al-dschämi‘ („ Hauptmoschee“) und auch heute
noch ia Mezquita genannt, eine der größten Moscheen der Welt, ist
die erhabenste und zugleich eine der frühesten Schöpfungen der
Mauren auf dem Gebiet der religiösen Baukunst in Spanien. Zur
Westgotenzeit stand hier eine St. Vincentiuskirche, die zwar anfangs
len Christen verblieb, bald aber zur Hälfte von den Mauren in Anspruch
 genommen wurde, “Abderrahm’in I... der Gründer der Omaijadendynastie,
 kaufte die andere Hälfte (785) und begann den Bau
»ines mohammedanischen Tempels, der den Gläubigen in Spanien