Kathedrale (Moschee), CORDOBA. 45. Route, 359

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als religiöser Mittelpunkt dienen und den Pilgerstrom des Westens
von Mekka nach Cördoba lenken sollte. Die arabische Baukunst war
damals noch ganz unselbständig (vgl. S.uv); auch die Moscheen im
Orient wurden von den Baumeistern der unterworfenen Völker ausgeführt.
 Die Hallenform der ägyptischen Moscheen und der großen
Moschee in Kairouan war das Vorbild für Cördoba. Die Säulen entnahm
 man älteren Gebäuden, ohne Rücksicht auf Zusammengehörigkeit,
 und erhöhte sie durch aufgemauerte Pfeiler, In den Formen
der Bogen macht sich die arabische Phantasie geltend. Ursprünglich
bedeckte der Betsaal nur den fünften Teil der jetzigen Fläche, mit
10 Säulenreihen, die 11 Langschiffe und wahrscheinlich 12 Quer-Schiffe
 bildeten: das mittelste, etwas breitere Langschiff endete in
einer Gebetnische (mihr45). Im N, schloß sich der Hof der Reinigungen
(arab, haram, heiliger Bezirk) an. Nach dem Tode ‘Abderrahmän’s
errichtete Hischam I. (788-96) den für die Muözzin (Rufer des Gebetes)
 erforderlichen Turm (al-minär oder es-sauma’a), hier meist
al-kadima, der alte, genannt, ferner den Raum für die Frauen a8-sakifa
 (eine „offene Galerie“), sowie in der Mitte des Hofes einen
Brunnen (al-midhä) für die Waschungen.
Bald genügte der Bau ‘Abderrahmän’s I, der durch Einwanderer
aus Syrien, Arabien und der Berberei fortwährend vermehrten Bewohnerzahl
 nicht mehr. ‘Abderrahmän II. fügte 833-848 nach Süden
7 Querschiffe mit 10 Säulenreihen hinzu und errichtete einen neuen
Mihräb, sodaß die Moschee weitere achtzig Säulen umfaßte, Abu
'Abdallah Mohammed I. (852-56) restaurierte den alten Bau und
begann, die Mauern und Tore auszuschmücken. Von ihm stammte
auch die alte Maksüra, der für den Kalifen und den Hof bestimmte,
durch ein Holzgitter abgesperrte Raum, und der Säbät, ein bedeckter
 Gang, durch den der Herrscher vom Alcäzar aus (S. 363) die
Maksüra betreten konnte, um die täglichen Gebete zu verrichten.
Abderrahmän III, an- Näsir, der Gründer von az-Zahrö (S. 364),
erbaute an Stelle des beim Erdbeben 880 beschädigten ein neues
Minarett, einen würdigen Vorläufer der Giralda von Sevilla (S. 385),
und erneute 958 die Fassade des Betsaals nach dem Hofe hin,
wie ein Inschriftstein neben der Puerta de las Palmas (S, 361)
berichtet.
Die schönste Erweiterung verdankt die Moschee dem Kalifen
al-Häkim IT, al- Mostansir-billäh (9641-76), der, unter der Leitung
seines „Hädschib“ (Oberkämmerer) Dscha’far in ‘Abderrahmän
€s-Siklabi, abermals die Säulenreihen nach S., und zwar um 14 Quer-Schiffe,
 verlängerte. Er erbaute eine neue Maksüra, bei deren Maßen
und Beschreibung die arabischen Schriftsteller gern verweilen, einen
Neuen Säbit und den prachtvollen dritten Mikräb, den einzigen, der
ganz erhalten ist (S. 362). Für die Mosaiken sandte der griechische
Kaiser in Konstantinopel Arbeiter und Proben von Glasmosaiken.
Schon galt die Moschee neben der Kairwinmoschee in Fös als die
Schönste in den Ländern des Westens, aber der Ruhmsucht Al-A


Bart