360 Route 45.

CORDOBA. Kathedrale (Moschee):

Mansür’s (S. 357) genügte sie noch nicht, Da der abschüssige Boden
nach S. weiteren Anbau verbot, so ließ er 987-90 an der Ostseite in
der ganzen Länge des Gebäudes sieben Säulenreihen anfügen und
erhöhte damit die Gesamtzahl der Langschiffe auf 19, freilich in unorganischer
 Weise, indem der Mihräb seine bedeutungsvolle Lage
in der Mittelachse des Heiligtums verlor,
Nach der Eroberung Cördobas (S. 357) wurde die Moschee 1288
der Virgen de la Asunciön geweiht. Zur Zeit wird das Gebäude allmählich
 restauriert, wobei manche schöne Einzelheiten aus der
maurischen Zeit wieder zum Vorschein kommen.
Der Grundplan des Gebäudes bildet ein ungeheures, an Größe
der Ibn-Tulün-Moschee in Kairo jedoch nachstehendes Rechteck
von ca. 175m Länge und 135m Breite, von dem ein Drittel auf den
Hof kommt. Hof und Betsaal sind festungsartig von einer zinnengekrönten
 Außenmauer umgeben, aus welcher die 35 turmartigen
Strebepfeiler mächtig heraustreten. Diese Mauer, die sich abgesehen
von der Nordseite auf Terrassen oder auf bedeutenden Unterbauten
erhebt, hat eine Höhe von 9-20m, die Strebepfeiler verjüngen sich
von 3,4m bis zu Z,9gm, die Zinnen sind 85cm hoch. Auf die Bestimmung
 des Gebäudes deuten nur der Glockenturm (s. unten) und die
Portale,
Die von Blendbogen und Fenstern flankierten Außentore
waren von reich verzierten Hufeisenbogen überwölbt und mit arabischen
 Inschriften geschmückt, die Torflügel mit Erz beschlagen.
Die schöne Architektur ist neuerdings größtenteils freigelegt und
wiederhergestellt worden. Die römischen Meilensteine an mehreren
Toren stammen von der Straße nach Gades (S, 416).
Den Haupteingang des Hofes bildet die von dem Glockenturm
überragte * Puerta del Perdön („Tor der Gnade“), die 1877 unter
Heinrich IT. nach dem Muster des gleichnamigen Tores in Sevilla
(S. 386) ganz im maurischen Stil, aber mit christlichen Inschriften
und Heiligenbildern neu erbaut wurde, Zu beachten der schöne
Aufbau des Portals an der Straßenseite, sowie die mit Kupferplatten
beschlagenen Türen und Klopfer („llamadores“ oder auch arabisch
„aldabones“). In den aufrechtstehenden Sechsecken des Kupferbeschlages
 liest man in gotischer Schrift „deus“, in den liegenden in
kuflscher Schrift : „Die Herrschaft gebührt Allah und seinem Schutz“.
Der ca. 60m hohe Glockenturm (Campanario) wurde auf den Grundmauern
 des Minaretts (S. 359) 1598 von HernänRniz d, J, begonnen
und nach dem Erdbeben von 1755 (S; 467) bis 1763 großenteils erneut.
 Oben ein Standbild des Erzengels Raphael, des Schutzheiligen
der Stadt, mit einer Windfahne. — Besteigung s. S. 363,
Der *PATIO DE 108 NARANJOS („Orangenhof“), den man nun
betritt, ist der ehemalige Hof der Reinigungen (S. 359), wo sich
die Gäubigen zum Eintritt in das Heiligtum vorbereiteten. Licht,
weit und doch schattig, immer von stillen Beschauern belebt, bietet
er mit seinen fünf Brunnen, seinen schönen Orangenreihen und