Äußeres, CORDOBA. 45. Route. 361

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Palmen ein eigentümliches Bild orientalischer Ruhe, Eine Säulengalerie
 (Claustro), die jedoch auf der Nordseite zugemauert ist und
hier als Domkanzlei (obrerfa) dient, umgibt ihn auf drei Seiten,
An der Südseite steht der Betsaal, der sich ehemals mit 19 Schiffen
nach dem Hofe öffnete, so daß die Orangen- und Palmenreihen gewissermaßen
 die Fortsetzung der Säulenstellungen bildeten. Die
Eingänge sind in christlicher Zeit größtenteils vermauert worden.
Den Haupteingang bildet jetzt die von Heinrich II. neu im Mudejarstil
 ausgeschmückte Puerta de las Palmas, mit einer Verkündigung
Mariä aus dem xv. Jahrhundert,
Das INNERE DER MoscHER macht, trotz der geringen Höhe
(11,5m) und der störenden Einbauten, einen wunderbaren Eindruck,
Der Wald von Säulen, deren Perspektive sich bei jedem Schritt
verschiebt, erscheint in dem Halbdunkel endlos. Ihre Gesamtzahl
wird auf 860 angegeben. Ein Teil stammt aus antiken Gebäuden
und christlichen Kirchen, der Sage nach aus weiter Ferne, Südfrankteich,
 Afrika (Karthago), Konstantinopel; doch weist das Material der
meisten auf andalusische Steinbrüche hin. Viele sind auch für die
Moschee gemacht. Sie sind durchschnittlich nur 4m lang und von
sehr ungleichem Material, farbigem und weißem Marmor, Granit,
Porphyr, Jaspis, buntsprenkeliger Breccie usw. Die Schäfte sind
meist glatt, einzelne gewunden, Unter den Kapitälen sind eine Anzahl
 spätrömischen Ursprungs, mit korinthischem Akanthus und
ionischen Voluten; erstaunlich ist die Mannigfaltigkeit byzantinischer
 Mischformen; auch Kapitäle arabischen Stils sind vertreten,
In den jüngeren Teilen sind die Kapitäle mehr gleichmäßig und
anscheinend nur aus dem Groben gearbeitet. Die Basen sind im
Fußboden versteckt, der sich im Lauf der Jahrhunderte um 30-40cm
orhöht hat (beim Eingang sind einige freigelegt). Die unzähligen
Hufeisenbogen, die die Säulen in der Längsrichtung verbinden,
und die halbrunden obern Bogen, die auf den aufgemauerten und
vorgekragten Pfeilern ruhen, geben mit ihrer weiß-roten Bemalung
dem Bau ein seltsames Leben. Das von der Puerta de las Palmas
zum Mihräb führende Hauptschiff und seine beiden ersten Nebenschiffe
 r. und 1. sind breiter als die übrigen 14 Schiffe. Jedes
Langschiff hatte eine besondere Decke. Das in Rot, Blau und ;Gold
glänzende, reich geschnitzte Balkenwerk, das 1713 durch die
Charakterlosen Kreuzgewölbe verdeckt wurde, ist neuerdings ZUnächst
 zwischen den beiden Mihräbs wieder freigelegt worden. 280
Kronleuchter und 7425 Lampen, die von der Decke herabhingen,
brannten ohne Unterlaß. Die arsbischen Schriftsteller, die in orientalischer
 Übertreibung diese Zahlen nennen und auch die Menge des
täglich verbrauchten Öls hervorheben, rühmen: „das Gold strahlt
wie Feuer von der Decke; es leuchtet wie der Blitz, wenn er die
Wolken durchzuckt“. Auch das Fußbodenmosaik ist verschwunden;
der an seine Stelle getretene Ziegelbelag wird jetzt allmählich durch
Marmorplatten ersetzt.
Badekers Spanien u. Portural. 4. Aufl.