362 Route 45. CORDOBA. Kathedrale (Moschee):

. Den Höhepunkt erreichte die künstlerische Ausstattung in der
Gebetsnische, dem Mihräb, der sich an die Makstıra (S. 359) anschloß,
 Von dem aus der Zeit ‘Abderrahmän’s II. (S. 359) stammenden
 zweiten Mihräb (segundo Mihräb) ist der * Vorraum mit seinem
prachtvollen Muschelgewölbe 1892 gut restauriert worden.
Der von al-Häkim (S, 359) erbaute X* dritte Mihräb (Mihräb
nuevo) gilt als ein Wunder der Kunst, Die Vorhalle wurde in christlicher
 Zeit in die Capilla de San Pedro, der östl, Seitenraum in die
Capilla de la Cena verwandelt. Man beachte die reichen Bogen, die
pinienapfelförmige Kuppel in dem mittleren Vorraum und die von
byzantinischen Künstlern ausgeführten bunten Mosaiken mit arabischen
 Inschriften. Alles übertrifft die eigentliche Gebetnische,
sin kapellenartiges Siebeneck von kaum 4m Durchmesser, mit dem
prachtvollen Bogen, mit den von einem der älteren Mihräbs herrührenden
 farbigen Säulen, den reichverzierten Marmorwänden und
der muschelartigen Kuppel (kubba), die aus einem einzigen Marmorblock
 besteht. Die Gläubigen rutschten auf den Knieen siebenmal
an den Wänden herum, wodurch Fußboden und Wände abgeschliffen
um ausgehöhlt sind. ;
Die christlichen Spanier beschränkten sich anfangs auf die Einrichtung
 von Seitenkapellen. Aber bald bedurfte man eines Chors,
dem 1260 ein Teil des zweiten Mihräb und der angrenzenden Langschiffe
 („Primitivo Coro“ des Plans) zum Opfer fiel: ein Überrest
ist die Capilla mudejar de San Fernando, die von maurischen Werkleuten.
 über der alten Königsgruft errichtete „Mud6jarkapelle“,
nebst der ehem. Sakristei, jetzigen Cap. San Pablo,
Auf die Daner genügte dieser Chor dem Domkapitel nicht. Trotz
dem Widerspruch des Stadtrats wußte es am Hofe Karls V. die
Erlaubnis zum Bau eines großen Renaissancechors (Coro nebst
Capilla Mayor) durchzusetzen, der in einer Länge von 55m und einer
Breite von 15m mitsamt dem Kreuzschiff (Crucero) nicht weniger
als 63 Säulen verdrängt hat und nach oben weit über die übrigen
Dächer hinausreicht. Der Bau wurde 1523 von dem aus Burgos berufenen
 Meister Hernän Ruiz d. A. begonnen, aber erst 1607 unter
teilweiser Abänderung des ursprünglichen Planes vollendet. An
sich ein Meisterwerk des Plateresken Stils (S. 1vır), wirkt er in der
Moschee befremdend. Der Kaiser selbst gab dieser Empfindung
schon 1526 bei seinem Besuche mit den treffenden Worten Ausdruck:
 „Ihr wollt etwas bauen, was man auch anderswo finden
kann, aber Ihr habt etwas zerstört, was einzig war in der Welt,“
Im Innern des Renaissancecoro beachte man das im reichsten Barockstil
 ausgeführte Stuhlwerk von Pedro Cornejo (+ 1758), die Kanzeln mit den
Attributen der vier Evangelisten von Miguel Verdiguier (1768) und das Chorpult
 mit alten Chorbüchern, Der silberne Kronleuchter von 1636 hat ein
Gewicht von 184kg. Den reichen Hochaltar von Matias Alonso (1618) schmückt
ein Bild von Palomino. — An einem Pfeiler im W, des Coro (Pl. a) ein hübsches
 Relief des xy. Jahrh., Verleihung der Kasel an den h. Ndefons (S. 183).
Von christlichen Kunstwerken sind sonst noch zu erwähnen: in der
Caoilla de ia Cena (s. oben) ein Gemälde von Cöspedes, h. Abendmahl