370 Route 47.

MALAGA, Klima, Geschichte.

Das Klima (vgl. 8. XXXV) ist gleichmäßig und milde, der
Sommer kühler als im Innern des Landes, der Winter, von einzel-1en
 ungünstigen Jahren abgesehen, vorherrschend trocken, Schnee
und Frost sind äußerst selten. Der Lokalwind folgt meist dem
Gange der Sonne. Der Südwestwind, im Winter feucht und kalt,
heißt Vendabal; im Sommer kühl, nimmt er den Namen Leveche
(S. 226) oder Brisa del Sur an. Der Ostwind (Levante) ist immer
feucht. Gefürchtet ist der trockene Terral aus NW., der im Sommer
 die Hitze des Steppenhochlands bringt, im Winter durch seine
schneidende Kälte Kranke tagelang ans Haus fesselt. Im übrigen
werden die Vorteile, die Mälaga als Winterkurort bietet, durch
Staub und bei Regenwetter Straßenschmutz, sowie durch die unzgenügende
 Kanalisation beeinträchtigt, Auch der Mangel an Komfort
 und an Unterhaltung ist nicht außer acht zu lassen. Das gute
Wasser, das der Stadt aus einem Gebirgsbache bei Torremolinos
(S. 374) zugeführt wird, reicht für den wachsenden Bedarf nicht
mehr aus, Vor anderem Trinkwasser wird gewarnt,
Die Geschichte Mälagas, des Malaca der Alten, beginnt mit den
Phönikern (S. 314), welche der Stadt den Namen gaben, der vielleicht
Von „malac“ (salzen) herzuleiten ist, indem hier eine Niederlage für
gesalzene Fische bestand. Noch zur Zeit des Posidonius, des Zeitge-40880
 des Pompejus und Cicero, bewahrte sie, im Unterschiede von den
Städten griechischer oder iberischer Herkunft, ihren punischen Charakter
(Strabo 1ır, 4); die ansässigen ayrischen und andern asiatischen Kaufleute
 bildeten besondere Gilden. Unter Vespasian erhielt die Stadt ‚eine
Munizipalverfassung (S. 87)... Trotz einer gewissen Bedeutung, die der
Handelshafen das ganze Altertum hindurch hatte, sind weder Reste aus
der phönikischen Zeit (außer zahlreichen Münzen) noch aus der römischen
erhalten. Im J. 571 entriß der Westgoöte ZLeuwigild (S. 357) die Stadt den
Byzantinern. Die Araber, die Mälaga 711 eroberten, nannten es ein Paradies
auf Erden, Al-Makkari, Edrisi, Ibn Latlta und /ön al-Khatib überbieten sich
in Schilderungen zum Lobe der Stadt, die seit 1246 neben Almeria den
wichtigsten Hafen des Königreichs Granada bildete,
Dieser Herrlichkeit machte die Eroberung durch Ferdinand und Isabella
 am 18. August 1487 ein Ende, Die Stadt sank zu gänzlicher Bedeuhungslosigkeit
 herab, Charakteristisch für diese Zeit ist das Wappen Mädlagas,
 welches die maurische Alcazaba und den Gibralfaro darstellt und
auf diesem die beiden christlichen Schutzheiligen San Ciriaco und Santa
Paula; ringsherum Pfeile und Bogen und in der Mitte der Wahlspruch
der Katholischen Könige „Tanto monta“ (S, 201). — Der französische General
Sebastiani brandschatzte die Stadt 1810, Später hat sie immer auf der Seite
der Opposition gestanden und sich durch ihre „Pronunciamientos“ bemerkbar
 gemacht; so 1843 für Espartero, 1868 gegen Isabella II. und 1878 für
die Republik, Die Stadt ist in sichtbarem Aufschwung begriffen. An der
Ausfuhr von Wein und Rosinen sind deutsche und englische Firmen in
hervorragendem Maße beteiligt (S. 369).
Vom Bahnhof her gelangt man über den eisernen Puente de
Tetuän (P1.B4) auf den Paseo de la Alameda (PL. B C 4), einen
420m 1., 42m br., mit Platanen bepflanzten Platz, den im W. die
Fuente de Neptuno, Teil eines um 1560 in Genua ausgeführten
Marmorbrunnens, im O. ein Standbild des Marqu6s de Larios, eines
Wohltäters der Stadt, von Mariano Benlliure (1897), schmücken.
Östl. schließt sich die Plaza de Alfonso Suärez de Figueroa
(P1.C4) an, mit einem hübschen Brunnen (drei allezorische Franen-