372 Route 47. MALAGA,

Kathedrale,

Die Hauptfassade im W., mit den beiden weit Vortretenden
Türmen, steigt gegenüber der Plaza del Obispo in zwei durch korinthische
 Säulen gegliederten Geschossen auf, Den drei Portalen,
zu denen eine schöne Marmortreppe von 15 Stufen hinaufführt,
entsprechen die rundbogigen Fenster im zweiten Stockwerk, denen
in der oberen Reihe je zwei kreisrunde Öffnungen zur Seite treten.
Der nördliche, 86m h. Turm hat ein drittes Geschoß mit korinthischen
 Säulen und auf diesem einen achteckigen Aufsatz mit
Kuppel und Laterne. Der unvollendete südl. Turm zeigt, ebenso
wie die Attika, nur Ansätze zum dritten Stockwerk. Auch die Portale
 am Querschiff, die Puerta de las Cadenas im N, und die P, del Sol
im S., sind von Türmen fiankiert,
Das Innere (geöffnet 7-11 3-4l/2, im Sommer 4-51% Uhr), ein dreischiffiger
 Hallenbau, 115m 1., 75m br., 40m h., mit beiderseitigen Kapellenzeihen,
 Querschiff und Umgang, zeichnet sich durch Weite und Großartigkeit
 der Verhältnisse aus, Zwei Pfeilerstellungen übereinander, die untere
mit korinthischen Halbsäulen, tragen die Rundbogen des reichen Gewölbes,
Im Hauptschiff der Coro, mit vortrefflicher Silleria von Vergara d, J,
und Diaz de Palacios (1592 - 1631); das Gestühl nach Zeichnungen von
Zuis Ortiz und Giuseppe Michele (1658); die vortrefflichen holzgeschnitzten
*Heiligenstatuen und anderen Figuren sind von Pedro de Mena (S. Lxx1v),
Im rechten Seitenschiff: in der (8.) Capilla del Rosario eine großa
Madonna vom Rosenkranz mit sechs Heiligen von Alonso Cano; in der (4.)
Capilla de la Concepcidn eine Kopie nach Murillo. — Im Umgang: in
ler (1.) Capilla de los ‚Reyes eine große Enthauptung des h. Paulus von
Enrique Simonet (1887), sowie am Altar die knieenden Statuen der „Ka-(holischen
 Könige“ und das Bild der h, Jungfrau, welches diese angeblich
auf ihren Kriegszügen stets mit sich führten. — In der folgenden Capilla de
San Francisco eine Beweinung Christi, angeblich von Morales, und zwei
Bischofsgräber, Die Capilla de I@ Encarnaciin enthält einen Marmoraltar
von Juan de Villanueva.
Die Capilla Mayor, nach einer Zeichnung von Alonso Cano, wird
durch einen Halbkreis von Sechs freistehenden Pfeilern gebildet, Der hübsche
 Altar, in Form eines vierfrontigen Tempels mit Kuppel, ist modern.
Die fünf Passionsbilder sind von Cesar de Arbacta (1580).
Der nördl. Turm (Zugang außen, einzelne Personen werden nicht zuzelassen;
 mehr als 200 Stufen, dem Türmer 80-40 ©.) bietet eine höchst
malerische XAussicht.

Das Sagrario im NW. der Kathedrale hat nördl. ein außerordentlich
 reiches gotisches Portal von der alten Kathedrale,
Durch die Calle de San Agusti{n gelangt man, am Ayıun-!amiento
 (Pl. D 3) vorbei, in die Calle de Granada (S. 871) zurück;
 an ihrem NO,-Ende liegt r. die Kirche Santiago el Mayor
(Pi. D 3), 1490 an der Stelle einer-Moschee erbaut, mit einem im
unteren Teile maurischen Turm. — Die Straße mündet auf die
zroße Plaza de Riego (Pl.D 2, 3; 8. 417), wo ein Denkmal an
den General Jose Marta Torrijos und seine 49 Anhänger erinnert,
die am 11, Dez. 1831 wegen Aufruhrs („Constituciön 6 muerte“ 1)
in Mälaga erschossen wurden, Auf einem Obelisken liest man die
Namen der „vfetimas“ und ansprechende Verse, — Die Calle de la
Victoria, die von hier nach NO. führt, hat ihren Namen von der
Kirche EI Cristo de la Victoria, wo bei der Belagerung der Stadt 1487
las Zelt Ferdinands des Katholischen stand. Von der Plaza AG 1a