380 Route 49.

SEVILLA.,

Lage.

Paseo de las Delicias (S. A00) und Parque Marta Luisa (S. 400). — Zur ersten
Yrientierung sind Fahrten mit den Straßenbahnlinien Gran Circunvalaciön
and Pequena Circunvalaciön (n° 1 und 2) besonders geeignet (vgl. 8. 378).

Sevilla(10m), die Hauptstadt Andalusiens und der Provinz Sevilla,
Sitz eines Generalkapitäns, eines Erzbischofs und einer Universität,
mit 158235 Einw., liegt in einer weiten Ebene am linken Ufer des
meist trüben GQuadalquivir (S, 314), der die Westseite der Stadt im
Bogen umfließt und sie von der Vorstadt Triana scheidet. Bei dem
geringen Gefälle macht sich, wie bei der Elbe, die Einwirkung des
Meeres über 100km flußaufwärts bemerkbar (vgl. S, 375). Die
höchste Flut kann in Sevilla noch 1,gm über dem mittleren Wasser-Stand
 erreichen, die tiefste Ebbe O,gam darunter bleiben. Mit der
Flut gelangen Seeschiffe von gegen 7m Tiefgang bis an die Kais der
Stadt, die somit trotz ihrer 87km Entfernung vom Meere die Vorteile
 eines Seehafens genießt (Hafenverkehr 1911: 1349 Schiffe mit
1508126 t). Seit 1905 wird an dem Canal de Alfonso XIII („Corta
de Tablada“) gearbeitet, der die letzten beiden Krümmungen des
Guadalquivir kurz vor Sevilla, bei der Punta del Verde und Punta de
los Remedios, abschneidet und im Verein mit Baggerungen des
Flusses und des Ästuars längeren Seeschiffen bis zu einem Tiefgang
von 9m den Zugang ermöglichen soll. Die Umgebung, la tierra de
Marfa Santisima, wie die Sevillaner mit Stolz Sagen, erzeugt vortreffliche
 Oliven, Wein, Orangen, Korkholz und Getreide. Ihre malerischen
 Reize würden aber nicht ausreichen, den alten Spruch „Quien
no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla“ zu rechtfertigen, vereinigten
 sie sich nicht mit der Eigenart der Hafenstadt, dem fröhlichen
Volksieben und einer Fülle glänzender Kunstdenkmäler,
Das Klima (vgl. S. xxxv) gehört zu den glücklichsten des
europäischen Festlandes, Wohl ist der Sommer sehrheiß (bis 48°0.),
aber im Winter blühen die Rosen ununterbrochen, Hyazinthen und
Krokus schon im Januar, Allerdings kann es im Dezember und
Januar bei jähem Temperaturwechsel auch empfindlich kalt werden,
sodaß Zentralheizung sehr angenehm ist. Die schönste Zeit sind in
der Regel die milden Frühlingstage.
Die GescHrcaHTE Sevillas ist im Verhältnis zu dem Alter und der Größe
der Stadt dürftig, Wie der antike Name Hispalis zeigt, ist sie eine iberische
Niederlassung. Sie lag an der großen Handelsstraße von Gades (Cädiz)
nach Emerita (Merida} und Salmantica (Salamanca), Für die Bedeutung,
zu der sie seit dem ır, Jahrh., vor Chr. besonders durch die Schiffahrt gelangte.
 Sen ihre Erhebunz zur zweiten Haupstadt der Provinz Baetica
(vgl. 8.3 7), sowie eine große Zahl inschriftlicher Denkmäler. Caesar, der
sie 45 vor Chr. eroberte, Zog sie dem pompejanischen Corduba vor, gab
ihr den Namen Colonia Julia Romula und machte Sie zum Sitz eines conventus
 juridicus (S. 255). Sie wurde dann nacheinander Hauptstadt der
Silingischen Vandalen (411) und der Wear (441), König Athanagild
verlegte 567 die Residenz nach dem zentralen Toledo. Seines Nachfolgers
Leuwigild (3. 357) Sohn Hermenegild, der als Vizekönig in Sevilla zurückblieb,
 gab im Verein mit seinen Brüdern Leander und Zsidorus den Arianismus
 auf, dem die Goten damals anhingen, und erhob sich gegen seinen
Vater, wurde aber unterworfen und 584 hingerichtet (S. 402), Sein Glaube,