382 Route 49.

SEVILLA. a. Plaza del Triunfo

Wie im antiken Hause (Pompeji) und im orientalischen Hause,
dienen sie während der guten Jahreszeit der Familie als ständiger
Aufenthalt. Sie sind in der Regel mit Marmorplatten gepflastert,
mit Springbrunnen und Pflanzen geschmückt, von Laubengängen
eingefaßt, die Wände mit Azulejos bekleidet; ein Zeltdach schützt
gegen die Sonne, Die Winterwohnung liegt im ersten Stockwerk,
das nach dem Hof von GHasgalerien umgeben ist. Für keine Stadt
Spaniens sind die Patios so charakteristisch wie für Sevilla.
Das öffentliche Leben konzentriert sich auf der Plaza de
ia Constitueißn (S. 391) und der Plaza Nueva oder de San Fernando
(S. 392), vor allem aber in der engen Calle de las Sierpes (S. 392).

Aa. Die Plaza del Triunfo mit dem Alcazar und der Kathedrale.
Wir, beginnen unsere Wanderung an der Plaza del Triunfo
{PL F 3), die von drei mächtigen Gebäuden umgeben ist, der Lonja
im W., dem Alcäzar im S, und der Kathedrale im N. Auf dem Platz
erinnert ein Denkmal an die Verschonung der Stadt bei dem großen
Erdbeben vom 1, Nov. 1755 (S. 467).
Die Casa Lonja (Pl. F 3), ein quadratisches Gebäude von je 56m
Länge und 18m Höhe, wurde 1583-98 als Börse für die Kaufleute,
zumeist nach Juan de Herrera’s Plänen, unter Leitung des Juan de
Minjares im Hochrenaissancestil erbaut. Der Haupteingang ist im
Nordwesten. Den Hof umgeben Bogenhallen. An der SW.- Seite
führt eine unter Karl III. erbaute Marmortreppe zum oberen Stockwerk,
 wo das große indische Archiv untergebracht ist. . .
Das 1781 gegründete Archivo general de Indias (Eintritt s. 5. 879) enthält
 in 832000 Heften („legajos“) die spanischen Urkunden, die sich auf
die Entdeckung, Eroberung und Verwaltung Amerikas und der Philippinen
beziehen, Eine Anzahl der wichtigsten Urkunden, darunter Autographen
von Magalh@es, Balboa, Pirarro, Ferdinand Cortes und Amerigo Vespucct
(Kolumbus fehlt), sind unter Glas ausgestellt; auch ein Brief mit der Unterschrift
 des Cervantes, worin sich der Dichter um eins der vier erledigten
„oficios“ in Amerika bewirbt. — Vom Dache (azolea) malerische Aussicht
 auf Sevilla, namentlich die Kathedrale.
Im südl, Teil des Erdgeschosses findet. im April und Mai eine Gemäldeausstellung
 statt.
Der *Alcäzar (Pl. F 3; Eintritt s. S, 379), das die Stelle des
römischen Prätoriums einnehmende Königsschloß der maurischen,
wie der christlichen Herrscher, war ursprünglich eine Burg des
Almohaden-Sultans Jüsuf Abu Ja‘kub (14181) und bildete den wichtigsten
 Punkt in der Stadtbefestigung. Der alte Bau ist bis auf geringe
 Reste untergegangen, Die jetzige, weit kleinere Anlage stammt
aus der Zeit Peters des Grausamen und Heinrichs IT, (8. XLIM), die
sie durch maurische Architekten, z. T, unter Verwendung älteren
Materials aus Sevilla, C6rdoba und Medinat az-Zahrä (S. 364), erbauen
 ließen, Isabella die Katholische errichtete die Kapelle im
ersten Stock; Karl V., der im Gesandtensaal seine Hochzeit mit
Isabella von Portugal feierte, baute 1526 den Mädchenhof um und
fügte einige Räume und ‚die heutigen Gartenanlagen hinzu, Eine