&amp;. Giralda. SEVILLA. 49, Route. 385

Marfa de Padilla zu baden pflegte, wobei die Hofleute Don Pedro’s
aus Galanterie von‘ dem Badewasser tranken. In der Mitte des
Gartens steht der 1540 von Juan Hernändez errichtete Pabellön de
Carlos V, mit schönen Azulejos und Kuppel aus Zedernholz. Außerdem
 gibt es eine Grotte (xıv. Jahrh.), geheime Wasserkünste und
andere Spielereien, Das Schönste ist die reiche Pflanzen welt,
Bei der Rückkehr aus dem Alcizar auf die. Plaza del Triunfo
fällt der Blick geradeaus auf die Kathedrale und auf den Glockenturm
 an der NO.-Ecke der Kirche, die berühmte
** Giralda (Pl. F 3), das weit sichtbare Wahrzeichen Sevillas,
ursprünglich Minarett (Alminar, S. 359) der maurischen Hauptmoschee,
 1184-96 durch den Baumeister Dschäbir für Ja‘kub Ibn
Jüsuf (S. 381) errichtet (z. T. aus Alterem Material, wie röm., Inschriftsteine
 zeigen). Der nach oben leicht verjüngte Backsteinbau zeichnet
 sich durch die harmonischen Verhältnisse des Aufrisses aus,
Sein Grundplan bildet ein Viereck von je 13,s5m Seitenlänge, die
Dicke der Mauern beträgt Z,c8-Z,30m. An der Nordseite sind zwei
Nischen mit verblichenen Malereien von Luis de Vargas (S. LXXX1).
Von 25m Höhe an sind die Mauerflächen neben den Fensteröffnungen
netzartig mit hochkantig gestellten Ziegeln verziert und durch
Nischen belebt. Das Gesamtbild des maurischen Turms wird durch
den späteren christlichen Aufbau entstellt. An Stelle der zinnenbekrönten
 Plattform, die ehemals den oberen Abschluß bildete (vgl.
das Altarbild S. 391), ließ das Domkapitel 1568 durch Hernän Ruiz
(S. zv1r) eine Glockenstube mit hohem mittleren Aufsatz errichten,
der an seinen vier Seiten die Umschrift (Spr. Sal, %Vmı. 10) „Nomen
Domini Fortissima Turris“ trägt und in einer kleinen Kuppel endigt.
Die Spitze (93m) schmückt eine Am h. und 1286kg schwere Windfahne,
 der Giraldillo: eine den Glauben (1a F6) darstellende weibliche
 Figur mit dem Banner Konstantins (labarım), gegossen von
Bartolome Morel (1568). Der ganze Bau wurde 1885-88 unter Leitung
des Fernändes Casanova restauriert. — Die Giralda steht unter dem
Schutze der Heiligen Justa und Rufina, wie man auf einem Bilde von
Murillo (S. 397) sehen kann.
Die *Besteigung lohnt besonders gegen Abend, Eingang (vgl. 8. 379)
durch die Tür in der SO.-Ecke; eine bequeme Rampe von 35 Absätzen
und 16 Treppenstufen führen auf die erste Galerie, wo die Glocken hängen
(24, alle mit besondern Namen: die größte Santa Marla oder I@ Gorda) und
eine unbegrenzte Aussicht sich öffnet. — Man steige weiter zu der Matraca
empor, einem kreuzförmigen Holzgehäuse mit Klappern, die in der Karwoche
 (8.378) statt der Glocken ertönen.
Der meist unzugängliche PALACIO ARZOBISPAL (Pl. E F 3), aus
dem xvmL Jahrh., mit hübschem Patio, enthält eine kleine Gemäldesammlung.

Der Palacio de los Abades, Calle Abades n° 6 (Pl.E 3; Pension Don Marcos,
S. 378), hat einen reizenden Patio. -— Nahebei, Ecke Calle del Conde
Benomar und Calle Marmoles, sind drei riesige Schöfte von Granitsäulen
freigelegt, die wohl zusammen mit den S. 396 erwähnten Säulen einem
römischen Tempel angehörten, — In der Calle Abades n° 16 sind Reste
»öämischer Thermen, — S. Maria la Blanca 8. 3. 401,