386 Route 49,

SEVILLA. a, Patio de los Naranjos,

In der Calle de Alemanes, w. vom erzbischöfl, Palast, ist der
‚Haupteingang zum * Patio de 108 N. aranjos (Pl.F 3; „Orangenhof“),
dem ehem, Hof der Moschee (vgl. S, 360). Einige Stufen führen
hinan, Die stattliche Puerta del Perdön (S. Lv_) stammt noch von den
Mauren, hat aber viele christliche Zutaten, Die bronzebeschlagenen,
durch Ölanstrich entstellten * Türen und die Türklopfer, ähnlich
denen in Cö6rdoba, zeigen die Eigentümlichkeiten des Mud&amp;jarstils,
die Bildwerke, Statuen der H. Peter und Paul und der Verkündigung
 und ein Relief , das die Austreibung der Wechsler darstellt
(S. 1xvı), sind von dem Florentiner Miguel (1519), die plateresken
Verzierungen von Bartolome Löpez (1522). Das alte Artesonadodach
 ist 1833 durch einen Turm ersetzt worden. Über dem inneren.
Torbogen eine Sonnenuhr und ein fratzenhafter Kopf.
Der 80m 1., 38m br. Hof ‚bietet einen sehr malerischen, z, Z,
durch Baugerüste beeinträchtigten Anblick: geradeaus hat man die
Kathedrale, r. das Sagrario (S. 391), 1. die Biblioteca Colombina
(s. unten); darüber die Ciralda. Die Fontäne in der Mitte ist die
alte Midhä (S, 359), mit zwei Becken übereinander, das untere achteckig,
 auf sechs Steinstützen ruhend. In der SO.-Ecke die Capilla
de la Granada, mit Hufeisenbogen, ein Rest der alten Moschee,
Im Vorraum der Kapelle hängen: der 808. Lagarto {. Eidechse“), ein
Krokodil, welches angeblich der Sultan von Agypten 1260 an Alfons den
Weisen schickte, als er (ohne Erfolg) um die Hand seiner Tochter anhielt;
sin 30kg schwerer Elefantenzahn , der angebliche Zaum des Babieca, des
Pferdes des Cid (S. 27), u, a.
Die *Biblioteca Colombina (Eintritt 8, S. 379, Ainsang durch die letzte
Tür links) ist eine Stiftung des Fernando Coldn (S, 387), des gelehrten und
frommen Sohnes des Kolumbus, der seine auf Reisen durch ganz Europa
Sesammelten ca. 4000 Druckwerke 1539 dem Domkapitel hinterließ. Sie
zählt jetzt 50000 Druckbände, unter denen besonders auch Werke über
die Entdeckung Amerikas vertreten sind, sowie eine Anzahl Handschriften,
Hervorzuheben: die Bibel Alfons’ des Weisen, von Pedro de Pamplonas das
Pontifical des Bischofs Juan de Calahorra vom Jahre 13003 das Missale des
Kardinals Mendoza {xıv, Jahrh.); ein Zibro de Horas, angeblich aus dem
Besitz Isabellas der Katholischen; das Missale Hispalense (xv. Yahrh.); das
Missale des Kardinals Gonzälez de Mendoza (xvı. Jahrh.), alle mit wertvollen
 Miniaturen, und namentlich Handschriften von Kolumbus, darunter
eine Abschrift des Tractatus de imagine Mundi von dem Kardinal Pierre
FT’ AUly mit Kolumbus’ eigenen Bemerkungen und eine von ihm im Gefängnis
zur Beruhigung der Inquisition geschriebene Abhandlung über die biblischen
Hinweise auf die neue Welt. Ein Teil der Bibliothek ist 1886 entwendet
worden, —.An den Wänden Bildnisse der Erzbischöfe von Sevilla und berühmter
 „hijos de Sevilla“,
Aus dem Orangenhof führen zwei Tore (S, 387) in die Katheüdrale.
 — Man verläßt den Hof jedoch besser durch die Puerta del
Perdön, um die Kirche von W. her zu betreten, wo die Calle del
Gran Capitän vorüberführt, Eine Gedenktafel in dieser Straße,
an dem Priesterseminar Colegio de San Miguel, der Kathedrale
gegenüber, erinnert an den Komponisten Eslava (1807-78; 8, 378).
Die ** Kathedrale (Pl. F 3), die die Stelle der 1171 von Jüsuf
Abu Ja‘kub erbauten Hauptmoschee der Mauren einnimmt, ist einer
ler größten und reichsten gotischen Dome der gesamten Christen.