a. Kathedrale. SEVILLA. 49. Route. 387

Aw

heit (vgl. S. LIV), unübertroffen in der mystischen Wirkung, zugleich
ein wahres Museum von Kunstschätzen und ehrwürdig durch geschichtliche
 Erinnerungen. Ein alter Spruch sagt von den Kathedralen
 Spaniens: Sancla Ovetensis, Dives Toletano, Pulchra Leonina,
Fortis Salmantina; die von Sevilla heißt die große (grande). Sie ist
der Santa Marta de la Sede geweiht, wie alle gottesdienstlichen Gebäude,
 aus denen das Christentum den Islam verdrängte, Als die
Moschee baufällig wurde, beschloß das Kapitel 1401 den Bau der
heutigen Basilika „in einer solchen Größe, daß sie nicht ihresgleichen
 hätte“. Sie wurde 1402 von unbekannten (deutschen?)
Baumeistern begonnen und im wesentlichen 1506 vollendet, die
15411 eingestürzte Vierungskuppel bis 1517 nach dem Entwurf des
Juan Gil de Ontafidn (S. 154) erneut. Wiederholt haben Erdbeben
den Bau gefährdet. Die jüngste umfassende Restauration begann
18892 unter der Leitung von Casanova (5, 385) und zog sich, infolge
Einsturzes eines Vierungspfeilers (1888), bis 1904 hin,
Die Westfassade, die einzige ohne Anbauten, in ihren oberen
Teilen 1827 mit wenig Geschick ausgeführt, hat ärei Portale: die
Puerta Mayor (4881-87), in der Mitte, mit reichem Skulpturenschmuck
 (S. LXv), u. 8. einem Relief, Himmelfahrt Mariä, von
Ricardo Bellver (1885); die Puerta del Naeimiento oder de San Miguel
©. und die Puerta del Bautismo oder de San Juan 1. davon, beide mit
trefflichen Terrakottaflguren von Pedro Millän (um 1500). — Die Portale
 der Ostseite, die Puerta de las Campanillas und die P. de Los
Polos, sind ebenfalls reich an Statuen und Reliefs, angeblich von
Lope Marin (1548). — Von den unvollendet gebliebenen drei Nordportalen,
 Puerta del Lagarto, P. de los Naranjos und P. del Sagrario,
wird das mittlere seit 1895 ausgebaut. — Das Südportal, die Puerta de
San Cristebal oder de La Lonja, am Querschiff, wurde 1904 eröffnet.
Das Innere (Eintritt s. 5. 379) ist fünfschifüg mit beiderseitigen
Kapellenreihen, nicht ausladendem Querschiff, Choreinbau und Capilla
 Mayor. Die Länge beträgt ohne die Capilla Real (S. 390) 416,9,
die Breite 76m, das Mittelschiff des Langhauses hat bei 16,,m Breite
eine Höhe von 36,39m, die Seitenschiffe sind 10,9m breit und 25,75 m
hoch. „Die majestätische Einfachheit und dekorative Mäßigung des
Ganzen, die streng beobachtete Eurhythmie im Verhältnis der Teile
zueinander ist um so erfreulicher, je größer die Verhältnisse, je reiner
die Linien, je eleganter der Schnitt der Profllierungen ist,“ (Caveda).
_ Der schöne Marmorfußboden ist von 4787-95.
Die 75 Glasgemälde sind aus dem X7,-XIX. Jahrhundert, Besonders
 schön: die ältesten von Oristdbal Alemän (14504); Himmelfahrt,
 Fußwaschung der h. Magdalena, Erweckung des Lazarus, Einzug
 in Jerusalem u. a. VON Arnao de Flandes (4525-57) und Arnao
de Vergara; Auferstehung von Carlos de Bruges (1558).
Vorn im Mittelschiff (bei n” 1 des Grundrisses) der Grabstein
des Fernando Coldn (S. 386; gest. 1640 oder 1541), über dem in
der Karwoche das Monumento errichtet wird ($ 378).