östliche Stadtteile. SEVILLA. 49. Route. 393

Bibliothek an, vergrößerte die von seinem Vater aus Neapel mitgebrachte
 Altertümersammlung und machte sein Haus zum gesellschaftlichen
 Mittelpunkte von Sevilla; hier. verkehrten die Maler
Cöspedes, Herrera d. A., die Dichter Göngora, Rioja, Cervantes u. a.
Die Beschießung durch Espartero hat den Palast 1843 stark beschädigt.
 Der Stil des Gebäudes, den Rafael Contreras € baroco del
ärabe nennt, zeigt eine eigentümliche, aber harmonische Mischung von
maurischen, gotischen und Rensissance-Elementen (vgl. S. 1v1).
Ein Marmorportal, 1. neben dem Prätorium, bildet den Eingang. Der
schöne Patio, mit Säulenumgang und Fontäne, enthält einige beachtenswerte
 Antiken: in den Ecken vier Statuen, darunter zwei Wiederholungen
einer Athena aus der Zeit des Phidias; im Umgang, hoch aufgestellt, eine
Reihe Büsten, manche modern. — An den Patio stoßen: r. das sogen. Prätorium
 des Pilatus mit dem Credo an den Türen; geradeaus ein Vestibül
 mit prächtigen Azulejos und die Kapelle, ein reizender Raum mit
zotisch-maurischer Dekoration und einer Nachahmung der Säule, an welcher
Christus gegeißelt wurde (Geschenk Papst Pius’ V.), L. vom Vestibül ein
Gabinete particular, mit Azulejos, reicher Artesonadodecke und Blick
in den Garten. — In dem oberen Stockwerk, zu dem eine prachtvolle Trepp®
mit vielen daher Kunpel hinaufführt, ist ein Saal mit alten Fresken-Von
 der Plaza de Pilatos wenden wir uns n.W. durch die Calle
de Caballerizas (im Hause n°2 ein schöner Patio), bei der Kirche
San Ildefonso (S. vxXvi) vorüber und durch die enge Calle Descalzog
 nach der hübschen Plaza de Argüelles (Pl. D 2, 3). Die
Kirche San Pedro daselbst (Sakristan Calle Dofia Marta Coronel 1}
ist ein gotischer Bau des XIV. Jahrh., in welchem die schöne Holzdecke,
 an der Westwand Altäre von Pedro Campaha und Pacheco,
sowie in der verschlossenen ersten Kapelle des r. Seitenschiffs ein
Gemälde von Roelas (S..xxx1u1), der Engel befreit den h. Petrus aus
dem Gefängnis, Beachtung verdienen; eine Marmortafel erinnert
an die Taufe des Malers Veläzquez (10. Juni 4599). Hübscher
Glockenturm,
Bei San Pedro gehen nördl. und nordöstl. zwei Straßen aus, die
mit ihren Fortsetzungen nach der Kirche S. Marcos und dem Kloster
S. Paula führen. In der Seitenstraße Calle de las Duefas
(PL. 02,3) no 5 der Palacio del Duque de Alba, auch Casa de las
Duefias genannt, ein von der Familie Pineda begonnener, seit 1483
von den Riberas (S, 392) ausgebauter Palast im Mudgjarstil (vgl.
S. .vr), mit schönem Patio und zierlicher Treppe (im übrigen unzugänglich).

Die Kirche San Marcos (Pl. C 2), ein im zıy. J ahrh. an Stelle
einer Moschee errichteter gotischer Bau, hat ein gutes Portal im
Mudejarstil; der Turm ist noch das maurische Minarett, aber durch
spätere Zutaten geschädigt. Cervantes bestieg ihn, um nach seiner
geliebten Isabella zu schauen.
Auch der Convento de Santa Paula (Pl. € 2), ein 1475 gegründetes
 Hieronymiten-Nonnenkloster, verdient einen Besuch, Eingang
Calle de Santa Paula. Im Vorhofe ein prächtiges Portal gotischen
Stils, mit den Symbolen der Katholischen Könige (S. 139), reizendem
Radekers Spanien u. Portugal. 4. Aufl. 2