nördliche Stadtteile, SEVILLA, 49. Route. 895

des Schotten Lorenzo Poro (Poore), der nach der Eroberung Sevillas
als erster die Giralda erstieg. Links n°13 das 4558 gegründete
Findelhaus Casa provincial de Expösitos (PL.D 3), gewöhnlich la Cuna,
die „Wiege“, genannt (vgl. S. 102).
Im nördlichen Stadtteil sind noch einige Kirchen zu erwähnen:
 San Juliän (Pl. B 1, 2), mit Altar von Alejo Fernändez,
einer Madonna von Montafigs und einem großen h. Christoph von
Juan Sänchez de Castro (S. zxxıx); — Santa Marina (Pl. B 2);
deren reiches gotisches Portal die ältesten christlichen Bildwerke
in Sevilla aufweist, während der Turm und zwei Kapellen von
einer Moschee stammen (in der Nähe das Hospicio de San Luis mit
eigenartig barocker, zweitürmiger Fassade); — Omnium Sanctorum
(P1.B 3), von Peter dem Grausamen erbaut, ebenfalls mit maurischem
Turm. — Die bei Omnium Sanetorum vorüberführende Straße La Feria
ist, namentlich in der Richtung nach dem Mercado hin, Donnerstags
von Trödlern sehr belebt („la Feria del Jueves“).
Zwischen den ehemaligen nördl. Stadttoren, der 4723 modernisierten
 Puerta Macarena (Pl. A 2; Straßenbahn s. 8. 376) und der
Puerta de Cordoba (Pl. B 1), ist ein ansehnliches Stück der alten
Stadtmauer erhalten, mit Türmen und einer niedrigen Zwingermauer
 (barbacana, nach byzantinischen Vorbildern) an der Außenseite.
 Die Stadtmauer hatte einst eine Länge von mehr als 47km,
12 Tore und angeblich 166 Türme.
Das große Hospital Provincial (Pl. A 2), gewöhnlich X, de las Cinco
Liagas („der fünf Wunden Christi“) oder de ix Sangre genannt, wurde 1500
von Fadrique Enriquez de Ribera (S. 392) gegründet und 1559 in das seit 1546
von Martin Gainza und Hernan Ruiz errichtete jetzige Gebäude übertragen,
1842 bedeutend erweitert. Die Kırche (S. LXIX), mit Reliefs der Caritas,
F6&amp; und Esperanza, von Pietro Torrigiani (?), enthält Altarbilder von Zuis
de Vargas; rt. und 1. über den Galerien zwei Bilder von Roelas, Apotheose
des h, Hermenegild und Ausgießung des h. Geistes, in der 1. Kapellenveihe
 sechs Gemälde mit weiblichen Heiligen von Zurbardn.
Noch weiter nach N. (Straßenbahn n° 5, S. 376) der große Cementerio
de San Fernando, mit (vorn 1.) einem Denkmal für die in Sevilla ihren
Wunden erlegenen spanischen Soldaten aus dem Kriege gegen Marokko
(1859-60). An der Westseite des Friedhofs entlang gelangt man zu dem
ehemaligen Kloster San Jerdnimo mit dem Englisch- Protestantischen Friedhofe
und einer Glasfabrik.

c. Die westlichen und südlichen Stadtteile.
Am nördl. Ende der Sierpesgasse (S. 392) führt die Calle de 1a
Campana nach der orangenbepflanzten Plaza del Duque de la
Victoria (Pl.D 4; S. 81). In der Mitte des Platzes erhebt sich ein
Erzstandbild des Veläzquez von Susillo (1892). In dem ehem, Hause
der Tellos, n° 5, lebte angeblich Sancho Ortiz de La Roela, der Held
des Lopeschen Trauerspiels „la Estrella de Sevilla“, Auf der Südseite
stand einst der'große Palast der Medina Sidonia, Das ehemalige Haus
der Solices, n° 9, hatte einst als Herrn den durch Calderön’s Drama
verewigten „Arzt seiner Ehre“ (M6dico de su honra). Das große
Geschäftshaus n° 10, der ehemalige Palacio del Marques de Palomares,
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