go. Südl. Stadtteil, SEVILLA. 49. Route, 399

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Die Calle de Alfonso XI (Pl. D 5; Straßenbahn n°2, 8.376)
führt vom Museumsplatz westlich nach der ehem. Puerta Real, dem
Goles-Tor der Mauren, durch das der h. Ferdinand in die Stadt zog,
und weiter zur Räbida-Promenade (amtlich Calle del Marques
de Paradas; Pl. D E 5), an der der Hauptbahnhof (Estaciön de
Cördoba, S. 375) liegt. Den Guadalquivir überschreiten hier die
Eisenbahnbrücke Puente Alfonso XII (S. 406) und auf der andern
Seite des Bahnhofs die städtische Wasserleitung (Conduecciön de
aguas; Pl. D 1 6), die auch dem Fußgängerverkehr geöffnet ist.
Wir folgen 8.5. der Räbida-Promenade und wenden uns dann 1,
durch die Calle de los Reyes Catölicos (Straßenbahn s. S. 376, n° 6),
än der Trianabrücke (S. 402) vorüber zum Paseo de Cristöbal
Colön(PlLE F 5, 4), mit den Hafenanlagen und daher früher Marina
benannt. — L. erblickt man das große Gefängnis (Cärcel; Pl. E 5),
mit Azulejosbildern und vergitterten Fenstern, in den spanischen
Schelmenromanen oft erwähnt. Dann folgt der großartige Stierzirkus
(Pl. F 4, 5; S, 377) und bald darauf die
Plaza de Atarazanas (Pl.F4), an der Stelle der maurischen
Werft (S. 371), mit hübschen Anlagen, dem Hospital de la Caridad,
dem Artilleriearsenal (Maestranza) und der Aduana,
Das Hospital de 1a Caridad (P]. F4) wurde 1661-64 auf Kosten
des Miguel de Mafara, Ritters des Calatravaordens, der eine stürmisch
verlebte Jugend durch den Eintritt in die Bruderschaft „Hermandad
de la Caridad“ abschloß, nach Plänen des Bern, Sim. de Pineda erbaut.
Im Garten gegenüber das Bronzestandbild des Stifters, letzte Arbeit
des Sevillaner Bildhauers A. Susillo (1902). Die Kirche, ein unbedeutender
 Barockbau, nimmt die Stelle einer älteren Georgskirche
ein, die der Bruderschaft gehörte. Fünf Azulejosgemälde, angeblich
nach Zeichnungen Murillo’s, schmücken die Fassade, In der Sala
del Cabildo befinden sich unter Glas Mahara's und Murillo’s eigenhändige
 Gesuche um Aufnahme in die Bruderschaft, der Degen und
die Totenmaske Mafara’s (| 1679 im 59. Lebensjahre) und die Bildnisse
 der Vorsteher (hermanos mayores).
Die Kirche, die man von der Hospitaltür an der Plaza de Atarazanas
 her betritt (vgl. S. 379), enthält sechs weltberühmte *°* Bilder
Murillo’s aus den J. 1660-74 (S. xc). An der Langwand links hat
man zunächst das Cuadro de las Aguas, genannt la Sed („der Durst“),
und darunter das Christkind (el nifio Dios); weiter die Verkündigung
und San Juan de Dios, Kranke in das Hospital tragend. An der
Langwand rechts hängt die wunderbare Speisung der 5000, genannt
Pan y Peces („Brot und Fische“), und darunter Johannes d. T. als
Kind, ebenso wie das Christkind „das Entzücken aller Mütter“.
Besonders beliebt ist seit alters das „Durstbild“, Moses neben dem
Felsen stehend, aus welchem das Wasser quililt, das verdurstende
Volk gierig danach verlangend, In dem neutestamentlichen Bilde
sitzt Christus zur Linken am Ende einer Schlucht, deren Schatten
die Apostel umfängt; im Mittelgrund lagern die Volksmassen. Man