400 Route 49.

SEVILLA. ec. Südt, Staditeil,

beachte auch die Landschaft, — Beim Hochchor die seltsamen Bilder
des in Cördoba gebornen Juan de Valdes Leal (1630-91): oben
Erhöhung des Kreuzes; unten Triumph des Todes; r, zwei Tote,
ein Bischof und ein Calatrava-Ritter, mit der Inschrift „Finis gloriae
mundi“, von abschreckendem Realismus („da muß man sich ja die
Nase zuhalten“, soll Murillo gesagt haben), l. der Tod löscht „in
ictu oculi“ das Lebenslicht aus, — Am Hochaltar ein Relief der
Grablegung, von Pedro Roldän, Darunter das Grab Mafiara’s,

Bei der südl, Ecke des Atarazanasplatzes steht am Guadalquivir
die Torre del Oro (Pl. G 4), ursprünglich ein Befestigungsturm des
maurischen Alcizars (S. 382), später von Peter dem Grausamen als
Schatzhaus und Gefängnis benutzt, jetzt Capitania del Puerto. Den
zwölfeckigen zinnenbekrönten Unterbau errichtete der Gouverneur
Sid Abwi--Ald 1220 unter den Almohaden; der Oberbau stammt aus
der christlichen Zeit, die Fensteröffnungen und Balkone erst von
1760, Schon die Mauren nannten den Turm wegen des Goldglanzes
seiner Azulejos Goldturm, Burdsch ad-dhahab. — Unterhalb liegen
die meisten Seeschiffe vor Anker,
Man betritt nun s.ö. den Paseo de Cristina (Pl. G 3, 4), eine
1830 von Jose Manuel Arjona angelegte Promenade, die besonders
an kühlen Sommerabenden besucht ist. In den Anlagen auf der
O.-Seite des Paseo de Santelmo das 8. 377 gen, Teatro de Eslava. —
Der Stadteingang an dieser Stelle heißt Puerta de Jeres (Pl. G 3);
das Tor selbst ist abgebrochen, Hier wenden sich die nach der
Plaza del Triunfo (S, 382) fahrenden Straßenbahnen 1. in die Calle
del Maese Rodrigo.
Der Palacio de Santelmo (Pl. G 3), mit hohem Barockportal an
der NW.-Front, 1734 von Antonio Rodriguez als Seemannsschule erbaut,
 von der letzten Besitzerin, der Witwe des Herzogs von Montpensier,
 1897 dem erzbischöfl. Stuhle von Sevilla vermacht, dient
jetzt als Priesterseminar (Seminario general y pontificio de San Isidoro
y San Francisco Javier, mit Fakultäten der Theologie, des kanonischen
Rechts und der Philosophie), Der Statuenschmuck des Palastes ist
modern, von Susillo (+ 1897).
Der *Parque Maria Luisa (Pl. H 2, 3; Straßenbahn S. 376, n9 4),
früher ein Teil des Santelmogartens, 1893 von der Witwe des Herzogs
von Montpensier der Stadt geschenkt, bietet mit seinem reichen Rosenflor,
 seinen schönen Kamelien und Orangen namentlich im Frühjahr
 einen beliebten Spaziergang. Der obere Teil des Parkes wird
1912 für die spanisch-amerikanische Ausstellung hergerichtet. —
S.w. zieht sich neben diesen Gärten der bei der Fuente de Abanico
(„Fächerbrunnen“) beginnende *Paseo de las Delicias (Pl. H 3) am
Flusse abwärts. Die an schönen Nachmittagen stets von Fußgängern
und Wagen belebte Promenade führt zu einem Rondell mit der
Villa Eugenia; etwas weiter das Restaurant La Victoria. Bei der
Endstation der Straßenbahn das Gartenrestaurant Eritafia. Die Allee