e. Südl, Stadtteil, SEVILLA, “49. Route, 401

endet nach weiteren 11/akm in einem Rondell am Guadaira, über
den hier eine römische Brücke führt, Jenseit des Flüßchens die
einfache Venta Guadaira de Vega. — Am Guadalquivir das S. 377
x en, Hipddromo und der Taubenschießplatz (Tiro de Pichones).
Die Fabrica de Tabacos (Pl. G 3) ist ein mächtiger, 1757 von
Wandemburg errichteter zweistöckiger Barockbau mit mehreren Höfen
und einer Frontentwicklung von 185 und 147m, also größer als die
Kathedrale mit dem Orangenhof, Der Haupteingang ist in der Calle
de San Fernando. Am Portal die Büsten des Kolumbus und Ferdinand
 Cortes und andere Reliefs; ganz oben eine Statue der Fama.
Die Zahl der Arbeiterinnen (Cigarreras) beläuft sich jetzt noch auf
2000; neue werden nicht mehr angestellt, da zum Maschinenbetrieb
übergegangen werden soll. Kintritt 8, S. 379, — Ein östl, Anbau
der Fabrik dient als Artilleriekaserne.
Auf dem großen Prado de San Sebastiün (Pl. G AH 1, 2) findet die
8. 9379 erwähnte Feria statt. Die eiserne Pasarela (Pl. G 2), am
Zugang vom Paseo de Catalina de Rivera her, dient dann den Fußgängern,
 um über die Wagenreihen hinwegzukommen, An der NO.-Seite
 des Prado die Estacidn de Cädiz (S. 375). Weiter die belebte
Vorstadt San Bernardo, wo eine Kanonengießerei (Fundieiön de Artillerfa,
 P1.F 1) ist. Die Kirche San Bernardo (PL, G 1) enthält ein
Jüngstes Gericht von Francisco Herrera {S. LXXXIU).
Der Paseo de Catalina de Rivera (Pl. G F2; r. eine große Kavalleriekaserne)
 und seine Fortsetzung, die an Stelle der alten Stadtmauer
 angelegten Paseos de ia Industria (Pl. E 1) und de Recaredo
(Pl. 01), bieten wenig Interesse. Straßenbahn s. 5. 376.
Die hei der Puerta de Carmona abzweigende Calle de Oriente (Pl. E 1;
Straßenbahn S. 576, no 4) führt jenseit der Eisenbahngeleise an der langen
Reihe der römischen, 1172 von den Almohaden ergänzten Cafos de Carmona
entlang, der alten Wasserleitung von Sevilla, die, ebenso wie die 1885
von einer englischen Gesellschaft angelegte Röhrenleitung, das Wasser von
den schon zu phönizischer Zeit bei Alcalä de Guadaira (S. 408) gesammelten
Quellen der Stadt zuführt. Die römische Wasserleitung soll demnächst
größtenteils abgebrochen werden. Die Straßenbahn endet an der Cruz del
Campo, einem 1482 errichteten gotischen Humilladero (Kapelle) in Form
eines Lempelchens, Endpunkt eines von der Casa de Pilatos (S. 393) kommenden
 Stationenweges, Dabei eine Brauerei,
Kehrt man bei der Kavalleriekaserne in die Stadt zurück, so
betritt man einen der ältesten Teile Sevillas, das ehemalige Judenviertel
 (Juderta). Die Kirche SAnTA MaArfa nA BLANOA (Pl EF 2)
war bis 1391 Synagoge und wurde im xvmr. Jahrhundert im Barockstil
 erneut; sie enthält eine Beweinung Christi von Luis de Vargas
am Altar, ein stark nachgedunkeltes h, Abendmahl von Murillo
im linken und einen kleinen Eccehomo von Morales im rechten
Seitenschiff, — Im Judenviertel, Plaza de Alfaro n° 7 (PL F 2), ist
die kleine Gemäldesammlung des D. Manuel Löpez Cepero, mit meist
willkürlichen Benennungen, In der Nähe eine Denktaftel für Murillo,
der vielleicht an diesem Platz gewohnt hat und hier in der ehem,
Kirche Santa Cruz beigesetzt war.