402 Route 49.

SEVILLA.

d. Triana.

d. Rechtes Ufer des Guadalquivir.
Kine eiserne Bogenbrücke, Puente de /sabel 11 (Pl. F 5), 1845-52
erbaut, mit hübschem Blick auf Sevilla, führt nach der Vorstadt
Triana, die von den niederen Volksklassen bewohnt wird, Unmittelbar
 bei der Brücke liegt die Markthalle (Mercado; Pl. F 6).
Geradeaus durchschneidet die Calle de San Jacinto (jetzt amtlich
0. de Manuel Carriedo) die Vorstadt (Straßenbahn 8. 376, n° 6). —
Die Kirche SAnTA Ana (Pl. FG 5), ein von Altons dem Weisen errichteter
 Bau im Mudejarstil, enthält am Hauptaltar 15 Bilder von
Pedro Campana (1545), sowie eine Statue und Reliefs von Pedro
Delgado ; in den Seitenschiffen Bilder von Campana, Luis de Vargas
und Alejo Fernändez (von Fernändez am Trascoro die reizende Virgen
de la Kosa; S, 1.xx1x); zwischen der Capilla de Santa Bärbara und de
Angustias ein schönes Grabmal von /rane. Niculoso (S. 394). In der
Capilla del Patrocinio der berühmte Cristo de la KExpiraciön, ein
Meisterwerk polychromer Plastik von Montafigs, das bei der Karfreitagsprozcssion
 durch die Straßen getragen wird,
Triana war seit alters die Vorstadt der Töpfer, Schon die H, Justa
und Rufina, die nach der Legende den Martertod erlitten, weil sie
der punischen Venus nicht optern wollten, hatten hier einen Töpferladen.
 Die besten Azulejos Sevillas wurden hier gearbeitet. In neuerer
Zeit haben einige Fabriken das altnationale Kunstgewerbe wieder
aufgenommen und verfertigen besonders Majolikavasen und -Teller
mit dem maurisch-spanischen Metallglanz. — In der Cartuja (Pl.
B 6), dem 1401 gegründeten ehemaligen Kartäuserkloster, betreiben
die Engländer Piıckman &amp; Son (jetzt Aktiengeseilschaft Pickman)
seit 1530 die Fabrikation einfachen Irdengeschirrs, das über ganz
Spanien verbreitet ist. Die zugehörige Kirche N, Sefora de las Cuevas
hat ein Portal im Mud&amp;jarstil; im Innern Reste der barocken Sillerfa
(S. 419) und eine westgotische, auf den Tod des h. Hermenegild
(S. 380) bezügliche Inschrift, aus Alcal&amp; de Guadaira. Man beachte
die Höhenmarken zur Erinnerung an große Avenidas (vgl. S. 314):
In der Kirche waren 1509-40 die Reste des Kolumbus beigesetzt (ursprünglich
 in Valladolid, 3. S.38). Dem letzten Wunsche des großen Toten
gemäls wurden sie dann nach Santo Domingo auf Haiti gebracht. Als dieser
 Veil der Insel französisch wurde, kamen sie 1796 in die Kathedrale von
Habana,’ wo sie bis Ende 1898 verblieben (S. 389).

e. Ausflüge von Sevilla,
1. Nach Itälica: 8km; Einspänner 8-10, Zweisp. 15 p. (handeln
 !). Vom Nordausgang der Vorstadt Triana (Straßenbahn 8. 376,
u” 7) folgt man der Staatsstraße zunächst westl., dann nördl. und
erreicht über (3km) Cumas (Bahnstation s. S. 406) zu Fuß in ca.
11/4,St. Santiponce. Man kann auch bis dahin die von San Juan de
Aznalfarache (S. 404) ausgehende Eisenbahn benutzen (ca. 3/4 St.,
für 1.15, 0.90, 0.60 p.) und den Ausilug nach Castilleja de la Cuesta
(S. 406) anschließen.
Santiponce ist ein ärmliches Dorf, mit dem verfallenen Kloster