e. Ausflüge. SEVILLA. 49. Route. 405

erstere, von den Mauren Kaptal genannt, dient jetzt dem Anbau der
Baumwollenstaude (algodön). Ein Durchstich durch die Isla menor
der Canal de San Fernando, kürzt die Fahrt um 18km ab, Eine andere
 „Corta“, genannt de Zos Jerönimos, kürzt um weitere 17km. Die
Fahrt geht immer auf dem Brazo del Medio, der sich unterhalb der
Isla menor mit dem Brazo del Este vereinigt und nun den Namen
Brazo de Tarfia annimmt, Die Landschaft ist ungemein öde, fast nur
von wilden Stieren und Scharen von Wasservögeln belebt. In der
Ferne 1, hat man auf den Vorsprüngen des Hochlandes Las Cabezas
de San Juan, Lebrija mit hohen Türmen und Trebujena (S. 409).
Nachdem sich später der Brazo de Tarfla mit dem westl. Brazo de la
Torre vereinigt hat, wird der Fluß beinahe 3km breit. In der Ferne
erblickt man die Dünenkette der Arenas Gordas, die bei La Räbida
(S. 407) endigt.
Der erste Ort nach langer Fahrt ist am 1, Ufer Bonanza, benannt
nach einer Kapelle der Virgen de la Bonanza („gut Wetter zur Fahrt“),
Akm von Sanlücar (Omnibus in 25 Min., 1!/2 p.), Ausgangspunkt der
unten gen. Eisenbahn. In den Lehmwänden sind Höhlenwohnungen
eingegraben. Die Landschaft im N. ist die Algaida (arab.: Wüste),
Auf der andern Seite hat man die Punta del Malandar.
Sanlücar de Barrameda (Gasth.: H. La Fuente, mit Restaur.;
Nümero Dos, ordentlich, G. 4, M. 5, P. 10-45 p., Omn, zu den Bahnhöfen
 1 p.), mit 20100 Einw., wichtiger Ausfuhrplatz für Jerez-,
Manzanilla- und andere Weine und beliebtes Seebad der Sevillaner,
Die antike Niederlassung, die hier lag, ist zwar (ebenso wie eine
Niederlassung bei Bonanza) durch mancherlei Spuren und Inschriftreste
 bezeugt, aber dem Namen nach nicht bekannt, 1264 wurde
die Stadt den Mauren abgenommen und dem Vater des Guzmän el
Bueno (S. 427) geschenkt. Bedeutung erlangte sie erst seit der Entdeckung
 Amerikas, Kolumbus trat hier 1498 seine dritte Fahrt nach
der neuen Welt an, und der Portugiese Fernäo de Magalhäes begann
4519 hier seine Erdumsegelung. Im O0. das Colegio de San Francisco,
mit Kuppel, früher Colegio de San Jorge, 15417 von Heinrich VL
von England, der seit 1509 mit der Infantin Katharina, der jüngsten
Tochter Ferdinands und Isabellas der Katholischen, vermählt war,
als Hospital für englische Seeleute gestiftet, Im W. die Kirchen
N. 8. de la O0, mit Fassade im Mudejarstil, und Merced (beide mit
Gemälden der Schule von Sevilla), sowie der Palast des verst. Herzogs
von Montpensier, in den ein Teil der Kunstschätze aus dem Santelmopalast
 (S. 400) gekommen sind, In der Oberstadt das wohlerhaltene
mittelalterliche Kastell, jetzt Beschälanstalt; vom Turm (Trkg. 50 c.)
umfassende Rundsicht. In der Umgebung viele Villen, mit Orangen
und Palmen. Die rebenbedeckten Dünenhügel liefern vortrefflichen
Wein,
Von (Bonanza-) Sanlücar nach Jerez, 96km, Eisenbahn (Bahnhof
 im SO.), in 341-1 St. für 4.10, 2.60, 1,55 p. — 44km Las Tablas, 28km
Alcubilla, Die Bahn durchzieht die südl. Ausläufer der aus Sandstein bestehenden
 Sierra de San Uristcbalı — Jerez 8, S. 410.