4108 Route 50. RIOTINTO,

Die Minen von Riotinto, vielleicht die reichsten Kupfergruben der Welt,
wurden, wie zahlreiche Funde dartun, schon in altiberischer und römischer
Zeit ausgebeutet, Später wurden sie wenig beachtet, bis sie 1725 an den
Schweden Wolters verpachtet wurden. Ihre Bedeutung in der Neuzeit bezann
 1872, als eine Gesellschaft von Londoner und Bremer Firmen sie von
der Regierung zum Preise von fast 80 Millionen M erwarb. Die Minen
nehmen ein sehr großes Areal ein; über 2%0qkm sind allein mit Schlacken
und Abfällen bedeckt, während der Pflanzenwuchs auf viele Kilometer rings.
um abgestorben ist. Das Erz, das nahe an der Oberfläche gefunden wird,
ist Schwefelkies und enthält 48 % Schwefel und 2%, Kupfer, Zwei Millionen
Tonnen werden jährlich gewonnen, die 35000 Tonnen Kupfer ergeben. Die
Erze werden auf Halden ausgelaugt und das so gewonnene Zementkupfer,
70-80%g9 Feinkupfer enthaltend, und die gewaschenen Schwefelkiese gesSondert
 verschifft, Bedeutende Quantitäten werden auch an Ort und Stelle
verhüttet; die hergestellte Schwefelsäure wird hier zu Superphosphat verarbeitet.
 Der Minenbezirk wird von ca. 40000 Menschen bewohnt, von denen
14000 in den Gruben oder an den Eisenbahnen beschäftigt sind. In den
Gruben sind über und unter der Erde ca. 100km Bahnen in Beirieb. —
Riotinto ist mit (10km) Zalamea (S. 407) durch Bahn verbunden.
Eine andere Eisenbahn (46km, in 21/4 St,) verbindet Huelva (La Punta,
8. 407) mit den Minen von Tharsis, in deren Namen die älteste Bezeichnung
 Andalusiens (S. 314) neu auflebt. Auch diese wurden schon von den
Iberern und Römern betrieben.
Huelva hat auch Eisen bahnverbindung über Zafra nach Mirida,
Ss. 8, M8. — Dampfboote fahren nach Cddiz- Mülaga, nach Ayamonta
(s. S, 501) und nach Zissabon-Porto (s. S. 407).

51. Von Cördoba und Sevilla über Utrera nach Cädiz.

Eisenbahn: von Cdrdoha über Marchena nach Cädiz, 268km, in 81/%-113/4
 St., für 36.65, 26.85, 16.50 P., Luxuszug über Sevilla (S. 3163; von Sevilla
 an mit IT. Kl.) in 61% St.; — von Sevilla (Estaciön de Cädiz, S. 375)
nach Cddiz, in Utrera in die Linie von Cördoba einmündend, 153km, in
314-6 St., für 19.80, 14.50, 8,70 P. Der oben gen, Luxuszug führt Mi. (in
umgekehrter Richtung Fr.) einen direkten Schlafwagen Madrid-Cddie (Gebühr
 32.10 p.). — Bahnrestaurant nur in Utrera.
Von Sevilla aus kann man Cäddiz auch mit einem der spanischen
Küstendampfer (8. 375) erreichen (ca, 8 St.): hübsche Fahrt auf dem
Guadalquivir abwärts (8. 404), dann zur See, mit überraschender Aussicht
auf die blendend weiß im Ozean gelegene Stadt (S. 415).
Von C6rdoba bis (8km) Valchilldn s. 8. 365. — Die Bahn
überschreitet den Guadajoz und berührt: 24km Guadaleäzar, 34km
La Carlota, 42km Fuente Palmera. — 56km Eeija (Gasth.: Jos.
Mar. Moya, Plaza Mayor), gewerbtätige Stadt von 21 300 Einw., am
1. Ufer des von hier an schiffbaren Genil, das Astigi der Römer, zur
Kaiserzeit einer der vier Gerichtsbezirke (conventus) von Baetiea,
mit merkwürdigen engen Straßen, drei azulejosbekleideten Kirchtürmen,
 Kreuzgängen aufgehobener Klöster (in der ehem. Klosterkirche
 ia Merced ein alter. Retablo, 8. 1xx1x) usw. Ecija ist wegen
seiner Sommerhitze bekannt (S, xxxw), Fruchtbare Umgebung, —
61km Luisiana, 73km Fuentes (de Andalucfa). — Weiter über den
Corbones,
100km Marchena, sehr alte Stadt in hoher Lage, z, T, noch von
verfallenden Mauern umgeben, mit 12500 Einw., Kirche San Juan
(Sillerfa; ein umfangreicher niederländischer Retablo von ca. 1500.