Torre del Vigia. CADIZ. 52. Route. 417

Konkurs ausbrach. Doch erholte sich die Stadt wieder und übertraf 1770
an Reichtum noch immer London; das aus Amerika eingeführte Gold und
Silber betrug jährlich 125 Millionen Peseten, Die späteren Kriege, besonjers
 der Abfall der Kolonien, brachten neues Verderben. Am 14. Juni 1808
zwangen die Spanier die französische Flotte unter Roselly in der inneren
Bucht zur Übergabe, und 1810-12 verteidigten sie die Stadt unter dem Herzog
von Aldbuquerque gegen die französische Belagerungsarmee, bis Wellington
andlich Hilfe brachte. Während des Kampfes berieten und beschlossen die
Dortes die Konstitution vom 19, März 1812 (S. xLvı1). Zur Wiedereinführung
derselben erregte der Oberstleutnant Ricgo 1820 eine Revolution, welche
im 3. 1823 ein französisches Heer unter dem Herzog von Angouleme vor
CAdiz führte, das sich infolge des Verlustes des Trocadero (S. 413) am
31. August 1823 ergeben mußte. Die Cortes gaben den König Ferdinand VII,
den sie nach C4diz mit sich geführt hatten, frei, und Bourmont besetzte
die Stadt bis 1824. Seitdem hat Cädiz, wie das ebenso leicht bewegliche
Mdlaga, immer auf Seiten der Revolution gestanden. In neuester Zeit leidet
der Handel unter der Konkurrenz von Sevilla,
Vom Bahnhof wie vom Hafen aus betritt man zuerst den breiten
granitenen Hafenkai (Muelle; Pl. F 3) und überschaut die impozante
 Hafenseite der Stadt; im N. die Punta und Baterfa San Felipe
(PL E F 1). An der Erweiterung des Hafens wird gearbeitet,
An der Stelle, wo das Stadttor Puerta del Mar stand, erhebt sich
seit 1908 das Bronzestandbild des 1838 in Cädiz geborenen liberalen
 Politikers Segismundo Moret (Pl. E 3), von Querol, Dahinter
öffnet sich die Plaza de Isabel II (Pl. E 3), von der man r, durch
die Calle del Duque de la Victoria usw. nach der Plaza de Mina
(S. 418), geradeaus durch die Calle Alonso el Sabio nach der Katheürale
 (8. 419) gelangt. — Die ganz r. beginnende Calle Isaac
Peral, mit prächtiger Aussicht auf die Bucht, führt nach dem 1773
3rrichteten Gebäude mit der Aduana und dem Gobierno Civil (Pl.E2).
In n° 16 der gen, Straße, mit dem Eingang von der Calle Alcalä
(Jaliano, ist das kleine Museo Arqueolögico (Pl. E 2; Eintr, tägl.
11-4 Uhr frei).
Besonders zu beachten die Gräber und Gräberfunde aus der phönikischen
Nekropolis von Cädiz, namentlich ein Marmorsarkophag, gefunden 1887 bei
der Punta de la Vaca bei Cädiz, mit der bärtigen Figur des Verstorbenen
auf dem Deckel und dem Skelett, außer den Münzen der einzige erhaltene
Rest der phönikischen Stadt. Ferner Funde aus römischer Zeit, besonders
schöne goldene Schmuckstücke, und eine Münzsammlung.
Den besten Überblick über die Stadt und eine unbegrenzte Aussicht
 über den Ozean, die Bucht von Cädiz und das Festland hat man
von dem 34m hohen Wartturm * Torre del Vigia (Pl. D 2, 3) oder
de Tavira, von dem die ankommenden und vorüberfahrenden Schiffe
signalisiert werden. Zur Besteigung (151 Stufen) erhält man Eintrittskarten
 in der Capitanfa del Puerto am Muelle (Pl. F 3). Das
Gebirge, das man im OÖ. sieht, ist die Sierra de los Gazules (S. 424).
— Durch die Calle Sacramento, dann r. gelangt man zu dem ORATORIO
DE San FaLırs Narı (Pl. C 2), in dem, wie die Gedenktafel auf der
Westseite besagt, 1812 die Cortes tagten; das Innere enthält als
Altarbild (schlecht beleuchtet) eine‘ Concepciön von Murillo und
ganz oben ein Gemälde, Gottvater, von Clemente de Torres,
Der Hauptplatz der Stadt ist die große Plaza de la Constituciön
 (Pl. CD 2), von der nach SO, die verkehrreichste Straße,